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Migration und Integration in Freital

Zwischen Neuland und Alltag.

In Freital leben rund 2.304 ausländische Personen verschiedenster Herkunft, davon 421 Geflüchtete aus der Ukraine und 259 andere Geflüchtete (Stand 23.09.2022). Einen umfangreichen Frage-Antwort-Katalog zum Thema bietet das Landratsamt Sächsische Schweiz-Osterzgebirge als zuständige Behörde auf seiner Internetseite

Im Jahr 2018 regte die Stadt Freital die Schaffung einer Stelle der Kommunalen Integrationskoordinatorin an, die vom Kinder- und Jugendhilfeverbund Freital e. V. beantragt und ans Koordinationsbüro für Soziale Arbeit (KoBü) angebunden wurde. Diese dient als Schnittstelle zwischen Stadtverwaltung, Migranten und Einheimischen in Freital, dem Landkreis als Unterster Staatlicher Behörde, Unternehmen, sozialen Trägern, Ehrenamtlichen und allen sonstigen in die Integrationsarbeit involvierten Akteuren der Stadt. In Zusammenarbeit mit der Integrationskoordinatorin kann die Stadtverwaltung so alle mit der Integration von Migranten in Verbindung stehenden Aktivitäten im Stadtgebiet begleiten und erhält von ihr Rückmeldungen, Informationen und Beratungen zum Thema Integration und Migration.

Speziell für Geflüchtete aus der Ukraine wurde im Mai 2022 eine weitere, russischsprachige Integrationskoordinatorin eingestellt, welche für dieses Klientel Beratung und Hilfe anbietet und außerdem Infocafes und Bildungsveranstaltungen organisiert. Sie ist vermittelnd und vernetzend tätig zwischen den städtischen Strukturen und den UkrainerInnen. Des Weiteren organisiert sie auch Übersetzungshilfe und ehrenamtliche Hilfe im Alltag.

In Freital sind verschiedene weitere hauptamtliche Strukturen in die Integrationsarbeit involviert, zum Beispiel die Bundesagentur für Arbeit und das Jobcenter, die in enger Kooperation mit dem Landratsamt, Unternehmen und den Bildungsträgern Migranten bei der Arbeitssuche unterstützen. Eine Sprechstunde des Arbeitsmarktmentors, der individuelle Begleitung bei der Arbeitssuche anbietet, ergänzt das Angebot der Arbeitsmarktintegration.

Beratungsangebote für die unterschiedlichen Bedürfnisse der Migranten stellt der Caritasverband für Dresden e. V. mit der Flüchtlingssozialberatung, dem Jugendmigrationsdienst und der Migrationsberatung für Erwachsene zur Verfügung.

Die Volkshochschule Sächsische Schweiz-Osterzgebirge bietet auch in Freital ein umfassendes, aufeinander aufbauendes Deutsch- und Integrationskursangebot an, das sich am gemeinsamen Europäischen Referenzrahmen für Sprachen orientiert. Des Weiteren bieten auch andere Bildungsträger berufsbezogene Deutschförderung und Coachings an. Zudem leisten die Schulen einen wichtigen Beitrag zur Integration junger Migranten. In VKA-Klassen (Vorbereitungsklassen für Ausländer) lernen die Schülerinnen und Schüler Grundlagen der Alltags- und Bildungssprache als Voraussetzung für die schulische Integration und den schrittweisen Übergang in die Regelklasse. Aufgrund der Vielzahl ukrainischer SchülerInnen wurden in den Schulen eigene, zum Teil von ukrainischem Personal geleitete Vorbereitungsklassen eingerichtet. Die SchülerInnen lernen dort aber auch die deutsche Sprache und sollen schrittweise in die entsprechenden Klassen integriert werden.

Außerdem stellen in Freital Ehrenamtliche und verschiedene Vereine und Initiativen Angebote für Migranten zur Verfügung - von der Alltagshilfe über Freizeit-, Begegnungs- und Bildungsangebote bis hin zur Hilfe bei der Bewältigung von Behördengängen. Vereine wie „Das Zusammenleben“ e. V. oder das „Regenbogen“ Familienzentrum e. V. bieten darüber hinaus Migranten Raum für eigene Initiativen. Bürger der Stadt sind jederzeit willkommen, in solchen Rahmen in Kontakt zu kommen und möglicherweise gemeinsam Freizeit zu gestalten oder in bestimmten Bereichen zu helfen. Migranten betätigen sich natürlich auch in Sportvereinen und nehmen an verschiedenen Turnieren in und um Freital teil.

Aber auch die Selbstorganisationsbestrebungen von Migranten gewinnen zunehmend an Bedeutung. So hat sich zum Beispiel mit „Refugees and Friends“ eine Initiative gegründet, welche zum einen selbst unterstützend für Migranten tätig wird, Bildungsarbeit leistet, sich aber auch konstruktiv in Entwicklungsprozesse der Stadt einbringt.