Wurgwitz
Zwischen Hammerbach und Salbeifeld.
Wurgwitz ist seit seiner Eingemeindung 1973 Teil der Stadt Freital. 1206 wurde der Ort in der Urkunde, die auch Dresden erstmalig nennt, mit Döhlen und Potschappel genannt. Im Jahre 1921 vereinigten sich die bis dahin selbständigen Gemeinden Niederhermsdorf und Wurgwitz. Kohlsdorf als selbständiger Gutsbezirk, der kommunalrechtlich schon über 100 Jahre mit Wurgwitz verbunden war, wurde einbezogen. Die Ersterwähnung von Niederhermsdorf ist für 1350 belegt. Die erste urkundliche Nennung von Kohlsdorf ist für das Jahr 1450 nachgewiesen. Die im Hammerbachtal befindlichen Häuser von Wurgwitz werden als „Hammer“ bezeichnet. Wahrscheinlich um 1650 wurde hier der Bach angestaut und eine Hammermühle entstand.
Unter allen Ortsteilen ist Steinkohle nachgewiesen. Die Flöze erreichen eine Mächtigkeit von bis zu sieben Metern. Schächte entstanden im gesamten Ortsgebiet. Die Gewinnung der Steinkohle begann schon im 15. Jahrhundert im Kohlsdorfer Gebiet. Die Mehrzahl der Ortsbewohner war im Bergbau tätig. Der letzte Schacht wurde 1952 in Niederhermsdorf abgeworfen. Neben dem Bergbau war die Landwirtschaft Erwerbsquelle. Die Erträge auf dem bergigen Gelände waren bis auf wenige Flächen karg. Die ertragreichsten Flächen bewirtschaftete das Rittergut in Wurgwitz und einige Bauern von Niederhermsdorf. Über Jahrhunderte war der Ort von nicht ortsansässigen abhängig. Erst 1801 erwarb ein Brendel das Rittergut und damit auch die Gerichtsbarkeit.
Nach dem 1. Weltkrieg kam es unter dem 1920 gewählten Bürgermeister Walther Zwingenberger zu umfangreicher Bautätigkeit. 1925 baute sich die Gemeinde ein Rathaus, das auch heute noch den Ort dominiert. Eine Vielzahl von Ein- und Zweifamilienhäusern entstand.
Seit 1834 gab es in Niederhermsdorf eine Schule. Vorher mussten die Kinder in die Kesselsdorfer Kirchschule. Die Wurgwitzer und Kohlsdorfer Kinder erhielten erst 1873 ein eigenes Schulhaus. Auch sie liefen bis dahin nach Kesselsdorf. Weitere Schulbauten entstanden 1854, 1908 und 1982 die heutige Schule, die 2016/17 modernisiert wurde.
Eine weitere nennenswerte Veränderung war der Bau der Schmalspurbahn von Potschappel nach Wilsdruff im Jahre 1886. Damit entstand nicht nur eine wirtschaftliche, sondern auch eine gesellschaftliche Verbindung zum Industriezentrum im Döhlener Becken und der Landeshauptstadt Dresden. Parteien etablierten sich. Wurgwitz wurde sozialdemokratisch dominiert. Die SPD war auch im 1895 gegründeten Sportverein tonangebend. Der 1926 eröffnete Sportplatz und das 1930 geschaffene Gemeinschaftsheim waren Aushängeschilder.