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Datum: 30.05.2022

Erster Monitoringbericht zur Stadtentwicklung in Freital

Mitte 2020 ist das integrierte Stadtentwicklungskonzept (INSEK) „Stadtentwicklung Freital 2030plus“ beschlossen worden. Damit wurde eine aktuelle Grundlage für die weitere Entwicklung der Stadt geschaffen. Das INSEK definiert übergeordnete, integrierte Leitziele und konkrete Projekte. Ein Zwischenfazit liegt nun mit dem ersten Monitoringbericht vor. Wie haben sich wesentliche Indikatoren verändert, unter anderem in den Bereichen Demografie, Wohnen oder auch Wirtschaft, Bildung und Soziales? Welche Rahmenbedingungen innerhalb der INSEK-Fachkonzepte sind neu? Wie ist der Umsetzungsstand der Projekte und konnte die angestrebte kontinuierliche Beteiligung der Bürgerinnen und Bürger sowie weiterer Akteure weiter angeschoben werden?

Die Indikatoren

Mit Abschluss des INSEKs Anfang 2020 waren die pandemiebedingten Auswirkungen nicht absehbar. Zwei Jahre später zeigt sich dies zum Teil deutlich. Die Bevölkerung ist stärker zurückgegangen, als ursprünglich vom statistischen Landesamt prognostiziert. Auch im Bereich Tourismus war beispielsweise bei den Übernachtungen ein deutlicher Rückgang in Freital zu verzeichnen. Über alle 27 Indikatoren aus neun Bereichen hinweg hat es jedoch nur leichte Veränderungen der 2018 bereits ablesbaren Tendenzen ergeben. Für einige Indikatoren konnte erstmals eine Bewertung vorgenommen werden. 2022 werden mit dem Zensus neue Daten erhoben, die künftig – gerade für die Bereiche Demografie und Wohnen – mit zu berücksichtigen sind. Gleichzeitig sind die aktuellen Folgen des Ukraine-Krieges unter anderem im Bereich Wirtschaft noch nicht absehbar. Das aktuelle Monitoring zeigt bis Ende 2020 noch eine deutlich positive Entwicklung der Arbeitslosenzahlen sowie zum Beispiel auch der Entwicklung der Arbeitsmarktsituation insgesamt.

Die Rahmenbedingungen

Die Aktivierung von Flächenpotenzialen bleibt ein Schwerpunkt der Stadt. Beispielsweise mit der Erschließung des Gewerbestandortes F2_A einschließlich Maßnahmen im Umfeld der Porzellanmanufaktur, dem Rückbau der Lederfabrik mit der Entwicklung eines öffentlichen Stadtteilparks als Treffpunkt und quartiersverknüpfendes Element sowie den Planungen und baulichen Veränderungen in Saalhausen sind wichtige Vorhaben umgesetzt worden beziehungsweise konkret in der Vorbereitung. Darüber hinaus wurden und werden neue Gebiete wie in Potschappel und Deuben untersucht, die künftig Schwerpunkt der Förderung werden sollen. Mit dem Flächennutzungsplan sollen Planungen weiter zusammengeführt und stadtweit konkretisiert werden. Freital hat 2019 erstmalig die Marke von 22.000 Wohnungen überschritten, eine dynamische Entwicklung die auch künftig eine nachhaltige Flächenentwicklung in den urbanen und ländlich geprägten Räumen voraussetzt. Die kleinteilige Entwicklung zentraler Bereiche wird inzwischen durch ein Quartiersmanagement in Deuben unterstützt.

Für die kulturelle und touristische Infrastruktur werden mit der Sanierung der Ballsäle Coßmannsdorf und der Machbarkeitsstudie zur touristischen Entwicklung von Schloss Burgk die Rahmenbedingungen weiter qualifiziert. In den Bereichen Bildung, Sport und Soziales seien beispielhaft die Erweiterung der Oberschule in Hainsberg, der Zusammenschluss dreier Sportvereine zum SC Freital oder auch die Erweiterung der Kita Storchenbrunnen genannt – resultierend nicht zuletzt aufgrund steigender Schülerzahlen sowie Zahlen der Vereinsmitglieder in Sport- und Freizeitvereinen sowie Kindern in Betreuung.

Die Maßnahmen

Das INSEK definiert 23 unterschiedliche Stadträume – vom Kernstadtbereich bis zu ländlichen Siedlungen. Ebenfalls werden konkrete Schlüssel- beziehungsweise Schwerpunktmaßnahmen benannt. Die Maßnahmenevaluierung zeigt nun lediglich zwei Jahre später bereits einen deutlichen Schub beim Umsetzungsstand. So sind zehn weitere Projekte inzwischen realisiert, weitgehend abgeschlossen oder kontinuierlich laufend wie das Quartiersmanagement. Bei etwas unter 20 Projekten wurde inzwischen die Planung begonnen und damit der offene Status aufgehoben. Die Anzahl der offenen Projekte sinkt auf 65.

Zu berücksichtigen ist der langfristige Ansatz des INSEK bis 2030 und danach. Mit der Neuaufstellung der Fördergebietskulissen im Bereich der Städtebauförderung aber insbesondere auch der EU-Förderung in städtischen Bereichen (EFRE/ESF) sowie im ländlichen Raum (LEADER) ist in den nächsten Jahren nochmals ein deutlicher Schub zu erwarten. Weitere Projekte sind in der Planung weiter vorangeschritten, so dass diese im städtischen Haushalt berücksichtigt und/oder auch Mittel in weiteren Förderprogrammen beantragt werden können.

Die Beteiligung – ein Aufruf!

Hier gilt es zuallererst einen Dank an alle Akteure sowie Bürgerinnen und Bürger auszusprechen, die sich in den vergangenen Jahren und aktuell in Stadtentwicklungsprozesse eingebracht haben. Ob im Rahmen der Machbarkeitsstudie zur touristischen Entwicklung von Schloss Burgk oder den Gebietskonzepten „Urbanität am Fluss“ (Potschappel/Döhlen/ Burgk) und „Deubener Weißeritzbogen“ (Deuben Süd) – viele haben sich an den Umfragen der Stadtverwaltung beteiligt und zahlreiche wichtige Hinweise und Ideen für die Projektumsetzung gegeben. Mit unterschiedlichen Formaten können sich alle Bürgerinnen und Bürger direkt beteiligen, sodass künftig die Resonanz noch weiter gesteigert werden kann. Dabei ist neben Online-Formaten immer auch der Austausch im Rahmen von Präsenzveranstaltungen erwünscht. Mit dem Themenspaziergang in Hainsberg wird ein INSEK-Beteiligungsformat im Mai 2022 fortgeführt. Auf regionaler Ebene bot zuletzt die Erarbeitung des neuen Konzeptes für die LEADER-Region „Silbernes Erzgebirge“ Möglichkeiten zur Beteiligung. Darüber hinaus seien die regelmäßigen Informationen und Diskussionen in den städtischen Gremien, in den Ortschaftsräten oder auch den Akteursrunden benannt.

Wie weiter?

Das INSEK-Monitoring wurde Ende April 2022 im Technischen und Umweltausschuss der Stadt Freital vorgestellt. Auch in den nächsten Jahren soll der Umsetzungsstand des gesamtstädtischen Stadtentwicklungskonzeptes regelmäßig geprüft werden. Die Stadtverwaltung informiert weiterhin auf der städtischen Internetseite oder auch dem Freitaler Anzeiger über aktuelle Maßnahmen und Beteiligungsformate. Wünsche und Anregungen in Verbindung mit dem Stadtentwicklungskonzept können auch weiterhin der Stadt per E-Mail an insek@freital.de zugesandt werden.