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Datum: 07.09.2026

Fünf Orte in Freital beim Tag des offenen Denkmals dabei

Der Tag des offenen Denkmals unter Regie der Deutschen Stiftung Denkmalschutz ist Deutschlands größtes Kulturevent: Über 5.000 Denkmaltüren öffnen sich immer am zweiten Sonntag im September, um altehrwürdige Stätten ins Gedächtnis zu rufen, Geschichte lebendig zu machen und sonst nicht zugängliche Ort zu zeigen – ein vielfältiges Schaufenster für den Denkmalschutz. Auch in Freital beteiligen sich Vereine und die Stadt an dem etablierten bundesweiten Format am 13. September 2026. Das bundesweite Programm zum Tag des offenen Denkmals sowie die geöffneten Denkmale im Landkreis Sächsische Schweiz-Osterzgebirge sind unter www.tag-des-offenen-denkmals.de aufgeführt. Dieses Jahr steht der Tag unter dem Motto „NetzWERKE: Denkmale & Infrastruktur“.

Kirche und Denkmälerhalle Döhlen bestaunen

In der Lutherkirche wird eine Ausstellung über deutsche Musiker gezeigt, die in Russland tätig waren. Zwei von ihnen, Oskar Böhme und Eugen Reiche, wurden in Freital geboren. Die Ausstellung entsteht in Zusammenarbeit mit dem Verein „Das Zusammenleben“ e. V., in dem sich insbesondere russlanddeutsche Bürger engagieren. Geöffnet ist 11:00 bis 17:00 Uhr. Turmbesteigungen sind bis 16:00 Uhr möglich. Axel Rüthrich von den Städtischen Sammlungen wird 11:30 Uhr und 14:30 Uhr je eine Führung in der Denkmälerhalle anbieten. Spenden für die Erhaltung des Bauwerks sind erbeten.

Die 1882 im neuromanischen Stil errichtete Kirche steht auf einem Kirchhof mit der sogenannten Denkmälerhalle. Diese bewahrt historische Grabplatten und Epitaphe aus dem Altarraum der 1880 abgebrochenen alten Döhlener Kirche. Zu den ältesten Zeugnissen gehören die Grabplatte der 1356 verstorbenen Barbara Küchenmeister sowie Steintafeln für Christoph von Zeutsch auf Burgk und Anna Maria von Nitschwitz. Beide zählen zu den Vorfahren Sophie Auguste Friederikes von Anhalt-Zerbst, der späteren Zarin Katharina II. von Russland.

Schloss Burgk aufs Dach gestiegen

Diese Aussicht gibt es nicht alle Tage - aber zum Tag des offenen Denkmals. „Wir steigen mit Ihnen bis auf den Dachboden des Schlosses. Entdecken Sie die unbekannten Räumlichkeiten, klettern auf einer schmalen Leiter bis in die höchste Turmspitze hinauf und bewundern die meisterhafte Mechanik der historischen Turmuhr“, lädt Museumsleiterin Kristin Gäbler ein. Jeweils 10:30, 11:30, 12:30, 13:30, 14:30 und 15:30 Uhr haben fünf Personen die Möglichkeit zur Teilnahme. Die Turmbesteigung ist kostenfrei. Voranmeldungen werden keine angenommen.

Das Rittergut dienste im 19. Jahrhundert als Residenz des Freiherrn Carl Friedrich August Dathe von Burgk und war zugleich administrativer Mittelpunkt des 1819 gegründeten Freiherrlich von Burgker Steinkohlen- und Eisenhüttenwerkes. Seit 1946 befindet sich hier das seit 1923 bestehende Freitaler Museum, die Städtischen Sammlungen Freital.

Führungen in der Rösche „Segen-Gottes-Schacht“

Der Bergbau- und Hüttenverein Freital e. V. wird von 10:00 bis 17:00 Uhr das Tor zur Rösche „Segen-Gottes-Schacht“ an der Poisentalstraße 152 öffnen. Hier kann eine Strecke von reichlich 50 Metern im Untertagebereich im Rahmen von Führungen besichtigt werden. Erläutert werden durch die Mitglieder des Vereins die Historie des Denkmals, die Geologie sowie geschichtliche Aspekte rund um den Steinkohlenbergbau des Plauenschen Grundes. Für das leibliche Wohl ist gesorgt. Die Führungen dauern etwa 15 Minuten. Der Eintritt dazu ist frei. Anmeldungen sind nicht erforderlich.

Die in der Zeit von 1856-58 vorwiegend in Schlägelarbeit aufgefahrene Rösche diente während der Betriebszeit des SegenGottes-Schachtes als Förderstrecke für das Bergematerial, später zur Brauchwassergewinnung für die Dampfmaschinen. Die Gesamtstrecke des Stollens beträgt rund 320 Meter. Erhalten geblieben sind das originale Sandsteinportal sowie der Schlussstein.

St. Jakobuskirche & Lucknerkapelle Pesterwitz erkunden

In Pesterwitz befindet sich die denkmalgeschützte St. Jakobuskirche von 1906, deren Bauherr Woldemar Kandler ist. Sie ist ganztags geöffnet. Schon um 1100 bestand im Ort eine Pfarrkirche. Der Bau der Lucknerkapelle wurde 1854 beantragt und 1859 vollendet. Der Architekt, sein Baumeister und die Steinbildhauer sind unbekannt.

Um 15:00 Uhr und 18:00 Uhr wird eine je einstündige Kirchenführung angeboten. Einzig am Tag des offenen Denkmals ist eine Familiengruft, das größte Grabmal auf dem Pesterwitzer Friedhof geöffnet. Sie ist das einzig vollständig erhaltene und übrig gebliebene originale Zeugnis der adeligen Grafenfamilie von Luckner auf Altfranken. So wird ausnahmsweise um 18:00 Uhr der Zugang zur Lucknerkapelle ermöglicht.

Georgenkirche in Somsdorf öffnet ihre Türen

Ein besonderes Stück Ortsgeschichte kann in der Georgenkirche in Somsdorf entdeckt werden. Der heutige Kirchenbau ist bereits für das Jahr 1238 belegt, bauliche Details weisen jedoch auf einen noch älteren Vorgänger hin. Zwei Fensternischen an der Nordwand zeigen romanische Stilelemente. Ihre heutige Gestalt als barocke Saalkirche erhielt die Kirche 1711. Besonders sehenswert ist der reich gestaltete Barockaltar von Benjamin Thomae, einem Schüler und Schwiegersohn Balthasar Permosers. Er entstand 1725/26 und wird von Säulen, Putten und einer Gloriole geprägt.

Die Georgenkirche, Höckendorfer Straße 40, kann auf Anfrage von 10:00 bis 12:00 Uhr sowie von 13:00 bis 17:00 Uhr besichtigt werden. Auf Wunsch gibt es Erläuterungen zur Geschichte. Eine Telefonnummer für die Öffnung ist an der Kirchentür angegeben; die Wartezeit beträgt etwa fünf Minuten.

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