Mit Heide Monjau starb eine Botschafterin für Wilhelmine Reichard
Mit dem Tod von Heide Monjau verliert Freital eine engagierte Persönlichkeit, die die Erinnerung an Wilhelmine Reichard, Deutschlands erste Ballonfahrerin stets hochgehalten hat. Die Pohrsdorfer Lehrerin und Dozentin widmete Jahrzehnte ihres Lebens der Erforschung und Vermittlung von Reichards außergewöhnlichem Wirken und machte damit auch Freital weit über die Region hinaus bekannt.
Heide Monjau wurde auf Wilhelmine Reichard Anfang der 1990er-Jahre während ihrer Tätigkeit in der Frauengeschichtswerkstatt des damaligen Weißeritzkreises aufmerksam. Aus anfänglichem Interesse wurde große Begeisterung: Mit viel Leidenschaft „erweckte sie Wilhelmine Reichard aus dem Dornröschenschlaf“, wie es Zeitzeugen beschreiben. Sie knüpfte Kontakte zu Nachfahren in mehreren Ländern, hielt Vorträge, organisierte Ballonfahrerinnentreffen und trug maßgeblich zur Etablierung des von der Stadt Freital 2002 letztmalig verliehenen Wilhelmine-Reichard-Preises bei. 1998 veröffentlichte sie zudem eine vielbeachtete Biografie über die Pionierin der Luftfahrt.
Heide Monjau verstand sich selbst als Botschafterin Wilhelmine Reichards und hielt deren Erbe lebendig. Am 30. Dezember 2025 ist sie nach langer Krankheit im Alter von 84 Jahren verstorben. Ihr Wirken bleibt untrennbar mit dem Andenken an Wilhelmine Reichard verbunden und wird in Freital und darüber hinaus weiter nachhallen.
Wilhelmine Reichard lebte mit ihrem Mann Johann Gottfried Reichard seit 1814 in Döhlen. Dort gründet Gottfried Reichard 1821 seine chemische Fabrik, zu der Wilhelmine durch ihre Ballonfahrten einen wesentlichen finanziellen Beitrag geleistet hat. Das Wohnhaus steht in der heutigen Reichardstraße 9. Mit ihrem Mann und ihren acht Kindern lebte Wilhelmine Reichard bis zu ihrem Tod am 23. Februar 1848 in Döhlen. Ein Gedenkstein auf dem Döhlener Friedhof erinnert an ihre letzte Ruhestätte.