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Datum: 13.06.2026

Freital erinnert an den »Meister der Posaune« Eugen Reiche

Mit der feierlichen Enthüllung einer Gedenktafel hat die Stadt Freital am 2. Juni 2026 an den berühmten Posaunisten, Komponisten und Musikpädagogen Eugen Reiche erinnert. Zahlreiche Gäste waren an die Dresdner Straße in Deuben gekommen, um dem 80. Todestag des 1878 geborenen Musikers zu gedenken und sein außergewöhnliches Lebenswerk zu würdigen.

Die neue Gedenktafel befindet sich in unmittelbarer Nähe seines Geburtshauses und macht auf einen Mann aufmerksam, dessen Weg von Deuben bis in die großen Kulturzentren Europas führte. Nach der Enthüllung kamen die Besucher in der Stadtbibliothek zu einem Empfang und einem Eugen-Reiche-Abend mit Musik und Gesprächen zusammen.

Oberbürgermeister Uwe Rumberg hob in seinem Grußwort die Bedeutung Reiches für die Stadtgeschichte hervor. „Eugen Reiche war ein außergewöhnlicher Sohn unserer Stadt. Von Deuben aus führte ihn sein Weg nach Sankt Petersburg, wo er als Musiker, Lehrer und Komponist internationale Anerkennung erlangte“, sagte Rumberg. Sein Wirken zeige, dass Menschen aus Freital seit jeher Teil größerer kultureller Zusammenhänge gewesen seien.

Zugleich erinnerte der Oberbürgermeister daran, dass Reiches Lebensgeschichte weit über die Musik hinausweise. „Sein Lebensweg steht für den kulturellen Austausch zwischen Deutschland und Russland und erinnert uns daran, wie wichtig es ist, Gemeinsamkeiten zu pflegen und Brücken zu bauen“, betonte er. Gerade in einer Stadt wie Freital, in der viele Russlanddeutsche leben, sei diese Erinnerung von besonderer Bedeutung.

Eugen Reiche wurde 1878 in Deuben geboren und erhielt seine musikalische Ausbildung am Dresdner Konservatorium. Bereits als junger Musiker machte er sich einen Namen, bevor er nach Sankt Petersburg übersiedelte. Dort wirkte er über Jahrzehnte als Soloposaunist, Professor und Komponist. Seine Lehrwerke und Kompositionen zählen bis heute zur Standardliteratur für Posaunisten. Die politischen Verwerfungen des Zweiten Weltkriegs überschatteten jedoch sein Leben. Nach seiner Verbannung innerhalb der Sowjetunion starb er 1946 in Taschkent. Reiche gilt heute als bedeutender Komponist der deutschen Spätromantik.

Die Ehrung Reiches reiht sich in eine Reihe von Erinnerungsorten ein, mit denen Freital seine Geschichte sichtbar macht. Bereits im vergangenen Jahr war dem ebenfalls in Freital geborenen Musiker Oskar Böhme eine Gedenktafel in Potschappel gewidmet worden. Mit inzwischen 31 Tafeln zur Industriekultur und Stadtgeschichte im Stadtgebiet erinnert Freital an bedeutende Persönlichkeiten, historische Ereignisse und prägende Orte.

Möglich wurde die neue Gedenktafel durch das finanzielle Engagement des Vereins „Das Zusammenleben“ e. V., des Verfügungsfonds Deuben, der Stadt Freital und von Falk Walther. Inhaltlich unterstützt haben die Städtischen Sammlungen Freital.

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