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Freital setzt auf Steinkohle: Start für Lagerstättenerkundung und Kraftwerksbau-Projekt

Die Große Kreisstadt Freital plant die Erschließung und Förderung von Steinkohle aus bislang ungenutzten Alt-Lagerstätten im Stadtgebiet. Ziel des Vorhabens ist es, einen Beitrag zur langfristigen Sicherung der Energieversorgung zu leisten und die regionale Unabhängigkeit von Strom- und Gasimporten zu erlangen. Aus diesem Grund haben am heutigen 1. April 2026 Oberbürgermeister Uwe Rumberg und die Aufsichtsratsvorsitzende der Technische Werke Freital GmbH (TWF), Katrin Reis, den symbolischen Start für die Neuerkundung der Lagerstätte gegeben.

Der Ort dafür, die derzeit als Besucherbergwerk genutzte Tagesstrecke „Oberes Revier Burgk“ war nicht zufällig gewählt. „Freital hat im Bergbau eine lange Tradition. Jahrhundertelang ist unsere Stadt von den Aktivitäten geprägt. Diesen Faden wollen wir wieder aufnehmen und nicht maßlos neue Schächte schaffen, sondern vorhandene Anlagen reaktivieren und nutzen – um die Eingriffe ins Landschaftsbild und für die Bürger gering zu halten“, sagt Oberbürgermeister Uwe Rumberg. Neben der Tagesstrecke sind dabei unter anderem die beiden vorhandenen Fördertürme in Burgk und Zauckerode vorgesehen, genauso wie die Rösche an der Poisentalstraße, der – durch den Einsturz 2022 sowieso zugängliche – Augustusschacht in Niederhäslich, die Anlagen um den Wismut-Stolln in Potschappel oder der Oppelschacht mit dem Tiefen Elbstolln in Zauckerode.

Hintergrund der Aktivitäten sind die bundesweiten energiepolitischen Entwicklungen und die gesetzliche Vorgabe, bis 2028 eine kommunale Wärmeplanung vorzulegen. So richtet die Stadt ihre strategischen Überlegungen konsequent auf eine verlässliche Versorgungsperspektive bis 2045 aus. Die geplante Wärmeplanung soll festschreiben, wie die Energie- und Wärmeversorgung künftig strukturiert und abgesichert wird.

Ein zentraler Bestandteil der kommunalen Planungen wird neben der Kohlegewinnung auch deren direkte Nutzung: Demnach ist der der Bau eines modernen Kohlekraftwerks im Stadtzentrum (Sächsischer Wolf) vorgesehen. „Wir knüpfen damit an alte Traditionen der Kraftwerke Freital AG – einem Vorläufer unserer heutige Stadtwerke GmbH – an, die an dieser Stelle bereits im vorigen Jahrhundert mit ihren Kraftwerksanlagen für Freital eine zuverlässige Energieversorgung sichergestellt haben“, erklärt Katrin Reis. Das Kraftwerk soll nicht nur Strom erzeugen, sondern perspektivisch auch in ein effizientes Wärmeversorgungskonzept integriert werden. Die Stadt betont dabei, dass technologische Innovation, Emissionsminderung und städtebauliche Qualität wesentliche Kriterien des Projekts sind. Den Betrieb der Anlage soll im Auftrag der Stadt die TWF GmbH übernehmen, die in Freital grundlegende Erfahrung in der kommunalen Wärmeversorgung mit sich bringt. Für die Kohleförderung wird bei der TWF ein neues Geschäftsfeld aufgebaut, sodass kurze Wege und unbürokratische Lösungen möglich sind.

Um eine architektonisch und städtebaulich überzeugende Lösung für das Kraftwerk zu gewährleisten, hat die Stadt einen groß angelegten Architektenwettbewerb ausgelobt, dessen erste Ergebnisse nun vorliegen und öffentlich ausgestellt werden. Gesucht wurden Entwürfe, die Funktionalität, Nachhaltigkeit und gestalterische Qualität miteinander verbinden und das Kraftwerk sensibel in das urbane Umfeld integrieren sowie möglichst eine Freizeitnutzung ermöglichen. Die Entwürfe können über das Beteiligungsportal unter www.freital.de/heizung eingesehen und bewertet werden.

„Wir stehen vor großen energiepolitischen Herausforderungen. Unser Ziel ist es, Freital langfristig resilient und handlungsfähig aufzustellen. Die Nutzung heimischer Ressourcen ist für uns der Baustein, um Versorgungssicherheit, wirtschaftliche Stabilität und kommunale Planungssicherheit miteinander zu verbinden. Gleichzeitig legen wir höchsten Wert auf moderne Technik, Umweltstandards und eine Architektur, die sich verantwortungsvoll in unsere Stadt einfügt“, sagt Oberbürgermeister Uwe Rumberg.

Die Stadtverwaltung wird in den kommenden Monaten vertiefende Gutachten zu Wirtschaftlichkeit, Umweltverträglichkeit und rechtlichen Rahmenbedingungen in Auftrag geben. Parallel dazu soll die Öffentlichkeit weiter in den Planungsprozess eingebunden werden.

Weitere Informationen werden zeitnah veröffentlicht.

01.04.2026