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Datum: 06.10.2026

Fußgängerbrücke Gutenbergstraße wird aus Sicherheitsgründen abgerissen

Die Fußgängerbrücke an der Gutenbergstraße wird ab Oktober 2026 zurückgebaut. Hintergrund ist, dass für die 1965/66 errichtete Spannbetonbrücke über die Bahnstrecke Dresden–Tharandt das Restrisiko eines Bauwerksversagens durch Spannungsrisskorrosion besteht, dass trotz intensivierter Brückenprüfung und -überwachung nicht vollständig ausgeschlossen werden kann.  Es liegt eine ähnliche Problematik wie an vielen anderen Brücken in Deutschland vor, in deren Reihen die Dresdner Carolabrücke traurige Berühmtheit erlangte. Der vorsorgliche Rückbau ist mit Kosten von rund 1,3 Millionen Euro verbunden. Die Stadt Freital wird die Kosten zunächst aus Eigenmitteln finanzieren.

Aufgrund der sehr engen zeitlichen Vorgaben und notwendigen Vorlaufzeiten muss bereits in der kommenden Woche mit vorbereitenden Arbeiten begonnen werden. Die Sperrung beginnt voraussichtlich am 12. Oktober 2026. Der eigentliche Zeitraum für die Abrissarbeiten ist vom 19. Oktober bis voraussichtlich 4. Dezember 2026 vorgesehen.

Eine besondere Herausforderung stellt der Rückbau des Brückenbauwerks über den Bahngleisen dar. Dieser Termin ist langfristig vorbereitet und erfolgt während einer von der Deutschen Bahn sowieso vorgesehenen Totalsperrung der Strecke vom 6. bis 20. November 2026. In diesem Zeitraum wird im Mehrschichtbetrieb gearbeitet, um das vorhandene Zeitfenster bestmöglich zu nutzen.

Für den Abbruch wird moderne Schneidtechnik eingesetzt. Der Brückenüberbau wird dabei in einzelne Segmente zerlegt und anschließend mit Kränen herausgehoben. Zum Schutz der Bahnanlagen werden vorübergehend Traggerüsttürme errichtet. Im Anschluss werden auch die Widerlager der Brücke zurückgebaut.

Mit Beginn der Bauarbeiten wird die Fuß- und Radwegverbindung zwischen Gutenbergstraße/Kantstraße und Carl-Thieme-Straße dauerhaft entfallen. Für Fußgänger und Radfahrer, darunter auch die Schüler der Grund- und Oberschule G. E. Lessing Freital-Potschappel, stehen zwei Umleitungsstrecken zur Verfügung: über die Wilsdruffer Straße beziehungsweise über die Unterführung Oberpesterwitzer Straße. Je nach gewählter Strecke verlängert sich der Weg dadurch um etwa 600 bis 1.000 Meter. Die Stadt bittet insbesondere Schüler sowie deren Eltern, sich auf die veränderte Wegeführung einzustellen und entsprechend mehr Zeit für den Schulweg beziehungsweise zur Turnhalle einzuplanen.

Auch im unmittelbaren Umfeld der Baustelle kommt es zu Einschränkungen. Die Baustellenlogistik wird über die Straße „Zur Lessingschule“ sowie den Parkplatz an der Carl-Thieme-Straße (Porzelline) abgewickelt. Dadurch stehen dort während der Bauarbeiten nur eingeschränkt Parkmöglichkeiten zur Verfügung.

Neben dem Rückbau der bestehenden Brücke soll zugleich der Weg für eine langfristige Lösung frei gemacht werden. Die Stadt Freital plant einen modernen und barrierearmen Ersatzneubau. Eine Realisierung ist nach derzeitiger Planung in einem nächstmöglichen Sperrfenster der Deutschen Bahn im Jahr 2029 möglich. Voraussetzung dafür ist insbesondere, dass die bereits beantragten Fördermittel durch den Freistaat Sachsen zur Verfügung gestellt werden können. Der Ersatzneubau wird voraussichtlich rund 3,5 Millionen Euro kosten.

„Der Rückbau der Brücke ist keine Entscheidung, die uns leichtfällt. Die bestehende Verbindung hat für Fußgänger, Radfahrer und insbesondere für den Schulweg eine wichtige Funktion. Sie müssen nun bedauerlicherweise weite Umwege in Kauf nehmen. Gleichzeitig hat die Sicherheit der Menschen oberste Priorität und das bestehende Restrisiko eines Bauwerkversagens kann keiner verantworten. Deshalb ist der vorsorgliche Abriss der Brücke unumgänglich. Unser Ziel ist es jedoch, an gleicher Stelle wieder eine moderne und barrierearme neue Querung zu schaffen. Dafür ist die Stadt jedoch auf die finanzielle Unterstützung des Freistaates und der organisatorischen Zusammenarbeit mit der Deutschen Bahn angewiesen“, so Oberbürgermeister Uwe Rumberg.

Die Stadt Freital bittet alle Verkehrsteilnehmer um Verständnis für die notwendigen Einschränkungen und um besondere Aufmerksamkeit im Bereich der Baustelle.

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