Freital entlastet Familien bei den Elternbeiträgen
Der Freitaler Stadtrat hat am 8. Oktober 2026 die Neuregelung der Elternbeiträge für Kindertageseinrichtungen beschlossen und ist damit einem Vorschlag der Stadtverwaltung gefolgt. Ziel war es, die Beiträge angesichts gestiegener Betriebskosten anzupassen und gleichzeitig die zusätzliche finanzielle Belastung für Familien zu begrenzen.
Hintergrund sind die deutlich gestiegenen Kosten für den Betrieb der Kindertageseinrichtungen. Die Betriebskosten des Jahres 2025, die Grundlage für die turnusmäßige Neuberechnung der Beiträge bildet, lagen rund 15,7 Prozent über denen des Vorjahres. Ursachen sind höhere Personal- und Energiekosten, Ausgaben für Ausstattung und Beschäftigungsmaterialien sowie die Unterhaltung der Gebäude. Auch die geringere Auslastung der Einrichtungen trägt zu höheren Kosten je betreutes Kind bei.
Nach der bisher geltenden Regelung und der anteiligen Umlage auf die Eltern hätten die Beiträge bereits zum 1. September 2026 deutlich steigen müssen. Für eine neunstündige tägliche Betreuung in der Kinderkrippe wäre beispielsweise ein monatlicher Beitrag von 414,42 Euro statt bisher 360,81 Euro fällig geworden. Im Kindergarten hätte sich der Beitrag von 196,09 Euro auf 229,96 Euro erhöht. Für einen sechsstündigen Hortplatz wäre der monatliche Beitrag von 105,89 Euro auf 121,62 Euro gestiegen.
Um diese Belastungen abzumildern, schlägt die Stadtverwaltung niedrigere Beitragssätze vor. Für Krippen sollen künftig 21 Prozent, für Kindergärten 28 Prozent und für Horte 29 Prozent der maßgeblichen Betriebskosten angesetzt werden. Bisher galten hier die Höchstsätze von 23 beziehungsweise 30 Prozent. Daraus ergeben sich bei den genannten Betreuungszeiten monatliche Beiträge von 378,38 Euro für die Krippe und 214,63 Euro für den Kindergarten berechnet auf den 9-Stunden-Platz und 117,57 Euro für den Hort für den 6-Stunden-Vertrag.
Zugleich soll sich der Zeitpunkt künftiger Beitragsanpassungen ändern. Neue Elternbeiträge sollen erst zum 1. Januar des auf die Bekanntmachung der Betriebskosten folgenden Jahres wirksam werden. Damit bleiben die Beiträge für den Rest des Jahres 2026 stabil. Die Umstellung soll zudem für mehr Planungssicherheit bei Familien und der Stadtverwaltung sorgen.
„Wir durchbrechen mit dieser Neuregelung den bisherigen Automatismus von maximalen Beiträgen trotz schwieriger finanzieller Rahmenbedingungen im städtischen Haushalt. Die Kosten für die Kinderbetreuung steigen moderat, aber keineswegs derart drastisch wie es mit der bisherigen Satzung der Fall gewesen wäre. Es soll damit auch ein Zeichen gesetzt werden, dass uns die Kosten für Kinderbetreuung nicht egal sind und wir eine familienfreundliche Stadt bleiben wollen. Eltern und Familien sind schließlich heute schon genug belastet. Wir hoffen, dass auch der Freistaat zu seinem Wort steht und Entlastungen für die Kommunen und damit auch die Familien schafft“, sagt der Erste Bürgermeister Peter Pfitzenreiter.
Auch die Ermäßigungen für Alleinerziehende und Familien mit mehreren betreuten Kindern sollen angepasst werden. Die Stadt gewährt diesen Familien weiterhin Nachlässe, die jedoch angesichts der angespannten Haushaltslage etwas reduziert werden. Darüber hinaus sind Änderungen bei den Betreuungstarifen vorgesehen: Der Tarif für eine tägliche Betreuung von elf Stunden in Krippe und Kindergarten sowie der reine Nachmittagstarif im Hort sollen künftig entfallen. Für bestehende Betreuungsverträge sind Übergangsregelungen vorgesehen.
Die vorgeschlagenen Änderungen haben finanzielle Auswirkungen auf den städtischen Haushalt. Für 2027 rechnet die Verwaltung allein bei den kommunalen Kindertageseinrichtungen und der Tagespflege zunächst mit Mindereinnahmen aus den niedrigeren Elternbeiträgen und den Familienermäßigungen von insgesamt rund 598.600 Euro. Eine mögliche Gegenfinanzierung könnte durch einen höheren Landeszuschuss erfolgen. Die dafür vorgesehene Erhöhung ist allerdings bislang lediglich Bestandteil eines Gesetzentwurfs und noch nicht beschlossen.