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Datum: 23.09.2026

Arthur-Lohse-Brücke: Freistaat erteilt Wiederaufbau eine Absage

Die Hoffnung auf einen Wiederaufbau der Arthur-Lohse-Brücke im Rabenauer Grund hat einen herben Dämpfer erhalten. Der Freistaat Sachsen wird die 2023 zurückgebaute Fußgängerbrücke nach derzeitiger Planung nicht ersetzen. Das teilte Umweltminister Georg-Ludwig von Breitenbuch Oberbürgermeister Uwe Rumberg in einem Schreiben mit.

Grundlage ist eine Machbarkeitsstudie zu verschiedenen Möglichkeiten für eine sichere Querung der Roten Weißeritz. Betrachtet wurden unter anderem Trittsteine sowie Konstruktionen aus Holz, Aluminium, Edelstahl und glasfaserverstärktem Kunststoff. Aufgrund der feuchten Tallage, der steilen Ufer, der Hochwassergefährdung und der aufwendigen Erschließung für die Bauarbeiten sei jedoch keine Lösung gefunden worden, die der Freistaat verantwortbar und dauerhaft sicher umsetzen könne. Ein Ersatzneubau könne deshalb nicht weiterverfolgt werden.

Georg-Ludwig von Breitenbuch, der sich die Situation auch vor Ort angeschaut habe, betont zugleich, dass er den Wunsch nach einer Wiederherstellung der historischen Verbindung nachvollziehen könne. Die Brücke hatte seit 1939 die Wanderwege im Rabenauer Grund verbunden. Sollte sich eine Möglichkeit zur Umsetzung durch andere Initiativen ergeben, sei sein Haus weiterhin gesprächsbereit.

Für die Stadt Freital ist die Entscheidung nicht nachvollziehbar. „Dass der Freistaat die notwendigen Gelder nicht aufbringen kann, um die touristische Infrastruktur in unserer Region aufrecht zu erhalten, finde ich erschreckend“, erklärt Oberbürgermeister Uwe Rumberg. Es sei nicht vermittelbar, dass benötigte Infrastruktur aus Kostengründen aufgegeben werde. Die Begründungen gegen einen Neubau bezeichnet Rumberg als „fadenscheinige Argumente“. Denn obwohl hier über Jahrzehnte eine funktionierende Flussquerung stand, obsiege wieder einmal die Bürokratie und die Betroffenen stünden im Regen.

Aus Sicht der Stadt hat die Brücke eine wichtige Funktion für Naherholung und Tourismus. Sie schafft die Verbindung zum kulturhistorisch bedeutsamen Rabenauer Sagenweg, der ohne die Querung nicht mehr als Rundweg begehbar ist. Zugleich können Wanderströme im stark frequentierten Rabenauer Grund entzerrt werden. Mit dem Wegfall der Brücke verliere das Gebiet insgesamt an Attraktivität.

Die Diskussion um einen Ersatzbau reicht bis ins Jahr 2023 zurück. Damals ließ der Sachsenforst die seit 2021 gesperrte Brücke wegen mangelnder Verkehrssicherheit zurückbauen. Der Abriss löste erheblichen Protest aus. Der Freitaler Tilo Harder initiierte daraufhin eine Petition für den Wiederaufbau, die rund 4.000 Menschen unterzeichneten. Im Rahmen eines Anhörungstermins im Sächsischen Landtag kam im vergangenen Jahr zunächst neue Hoffnung auf. Das zuständige Ministerium teilte mit, der Sachsenforst habe ein Ingenieurbüro beauftragt, einen „einfachen Ersatzneubau aus Holz“ zu planen. Die nun vorliegende Machbarkeitsstudie führt jedoch zu einer Absage.

Das Thema will Freital dennoch nicht zu den Akten legen. Die Stadt wartet zunächst die Entscheidung des Petitionsausschusses ab und will im Gespräch mit der Stadt Rabenau bleiben. Zudem soll der Freistaat in einem offiziellen Schreiben erneut aufgefordert werden, einen wirtschaftlich sinnvollen und praktikablen Ersatzbau zu ermöglichen.

Dafür will die Stadt auch die Machbarkeitsstudie einsehen, um deren Ergebnisse selbst bewerten zu können. Denn trotz der Absage bleibt das Ziel bestehen, die historische Verbindung über die Weißeritz wiederherzustellen.

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