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Entwicklung für Lederfabrik-Areal beschlossen

Oberbürgermeister Uwe Rumberg kann den Rückbau der Lederfabrik einleiten. Der Stadtrat hat am Donnerstag, dem 18. Mai 2017 mehrheitlich entschieden, dass eine wirtschaftlich vertretbare Sanierung des Gebäudes für die Stadt nicht darstellbar ist. „Wir haben uns die Entscheidung nicht leicht gemacht und tiefgründige Untersuchungen in Auftrag gegeben und umfangreiche Berechnungen angestellt. Mit den gesammelten Daten ist das Gebäude aus unserer Sicht nicht zu erhalten. Das ist bedauerlich für die traditionsreiche Immobilie, aber mit Vernunft betrachtet für die Stadt der einzig vertretbare Weg, vor allem im Hinblick auf die finanziellen Möglichkeiten und enormen Ausgaben für Pflichtaufgaben – wie zum Beispiel anstehende Kita- und Schulhausbau- oder Infrastrukturmaßnahmen“, sagt Oberbürgermeister Uwe Rumberg.

Allerdings soll die Immobile vor einem endgültigen Rückbau dem Freistaat als möglicher Behördenstandort angeboten und damit den einst gefassten Kabinettsbeschluss der Landesregierung für ein „Haus der Bildung“ in Freital wieder aufgegriffen werden. „Ich bin sehr zuversichtlich, was die anstehenden Verhandlungen mit den zuständigen Ministerien anbelangt und danke dem Freistaat schon jetzt für die konstruktiven Gespräche“, sagt Oberbürgermeister Uwe Rumberg.

Erst mit einer Ablehnung des Freistaates soll spätestens im August 2018 der Rückbau erfolgen. Die Vorbereitungen dafür, vor allem in Bezug auf die Abstimmung mit den Denkmalschutzbehörden, laufen jedoch ab sofort. Außerdem sollen parallel bereits jetzt Möglichkeiten zur wirtschaftlichen und städtebaulichen Entwicklung des Areals, unter Berücksichtigung des geplanten Stadtzentrums am „Sächsischen Wolf“ und des benachbarten „Mühlenviertels“ entwickelt werden.

Der Stadtrat hatte 2013 den Ankauf der ruinösen ehemalige Lederfabrik an der Poisentalstraße beschlossen. Die jüngst angefertigten Studien hatten erhebliche bautechnische Schäden und Mängel an dem Gebäude sowie eine Kontaminierung der Bausubstanz ergeben. Für eine Bestandssicherung, Altlastenbeseitigung und niedrigschwellige Sanierung zur gewerblichen Nutzung ging die Stadtverwaltung von einem Aufwand über rund 8,7 Millionen Euro aus. Die Stadt selbst müsste davon aus Eigenmitteln 3,8 Millionen Euro bereitstellen. Des Weiteren würden Betriebskosten und Anfangsverluste in Höhe von weiteren rund 1,1 Millionen Euro für die Anlaufzeit von maximal zehn Jahren auflaufen.

Ein Rückbau und die Entsorgung der Altlasten wird die Stadt laut einem Gutachten rund 1,5 Millionen Euro kosten, die aus heutigen Gesichtspunkten rein aus Eigenmitteln zu bestreiten sind. Überdies steht die Rückzahlung von Fördermitteln in Höhe von 480.000 Euro im Raum, die seinerzeit für den Kauf flossen. Sie wären allerdings über den Wert des gut 8.000 Quadratmeter großen Grundstückes mittels Verkauf refinanzierbar.