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Stiftung Friedrich Pappermann

Seit 1993 befindet sich die private Kunstsammlung des Dresdners Friedrich Pappermann (1909-1995) in Freital. Sie umfasst ca. 200 Gemälde, die in einer Dauerausstellung präsent sind, und ungefähr 1200 Blatt graphische Arbeiten. Das Sammlungsspektrum umfasst speziell Dresdner Kunst des 19. und 20. Jahrhunderts. Den Schwerpunkt der Stiftung bilden Werke jener Künstler, die zwischen Klassizismus und Spätromantik nachhaltige Spuren in der Kunst der Elbmetropole hinterließen. Das bedeutendste Gemälde der Stiftung stammt von der Hand des Romantikers und C.-D.-Friedrich-Freundes Ernst Ferdinand Oehme und zeigt den Rabenauer Grund im Frühling. Neben diesem befinden sich weitere Werke der romantischen Landschaftsmalerei von Carl Gustav Carus, Christian Friedrich Gille, Friedrich Preller d. Älteren und Sohn, Johann Anton Castell und vieler anderer in der Ausstellung.

Einen weiteren Schwerpunkt der Stiftung bildet die gemeinhin als Stilkunst bezeichnete Epoche um 1900. Mit der Reichseinigung und dem Sieg im Deutsch-Französischen Krieg entwickelte sich Deutschland in rasantem Tempo zu einem der stärksten Industriestaaten Europas. Die zunehmende Industrialisierung veränderte Natur, Landschaft und Menschen. Die Künstler reagierten in unterschiedlicher Weise auf die geänderten Bedingungen. Der frische Wind, der seit der Jahrhundertmitte aus Frankreich und Belgien herüberwehte, verfing sich in den starren verkrusteten Strukturen der Akademie. Auch der Zusammenschluss in Gruppen wurde aus Frankreich übernommen. Pate standen Künstlerkolonien wie die von Fontainbleau, Pont-Aven und Pouldu. Nach ihrem Vorbild entwickelten sich auch in Deutschland Künstlerkolonien, von denen einige wie Worpswede (ab 1889), Dachau (ab 1894) oder Darmstadt (ab 1899) Weltgeltung errungen haben.

Ein reizvolles Dorf südwestlich der Landeshauptstadt Dresden wurde in Sachsen zum Ausgangspunkt der Kunsterneuerung – Goppeln. Zahlreiche Werke der „Goppelner“ finden sich auch in der Stiftung, so Gemälde von Carl Bantzer, Paul Baum, Wilhelm Claudius, Sascha Schneider. Zeitweilig arbeiteten auch Robert Sterl und Gotthardt Kuehl in Goppeln.

Breiter Raum in der Stiftung ist dem Schaffen Ludwig von Hofmanns gewidmet. Ähnlich stark vertreten sind Arbeiten Fritz Beckerts, des nach Gotthardt Kuehl wohl bedeutendsten Schilderers von Dresden-Ansichten. Für künstlerische Arbeiten, die zwischen den Kriegen und in der Nachkriegszeit entstanden, stehen Werke von Erich Fraaß, Georg Oehme, Paul Wilhelm, Joachim Heuer, Albert Wigand, Werner Haselhuhn, Max Uhlig, Wilhelm Müller und Dottore.