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Städtische Kunstsammlung

Die Kunstsammlung der Stadt Freital stellt im Kontext anderer sächsischen Sammlungen insofern einen Sonderfall dar, als dass sie versucht, die Kunstentwicklung einer bestimmten Region innerhalb eines begrenzten Zeitraumes zu dokumentieren. Gemeint sind damit jene sechs Jahrzehnte von 1890 bis etwa 1950. Der Ansatz zur Kunsterneuerung in den neunziger Jahren des 19. Jahrhunderts ist nicht nur in Dresden, sondern in vielen Städten Deutschlands und Europas nachweisbar. Es war das Zeitalter der „Sezessionen“.

Diese Epoche (1890-1914), die so unterschiedliche Strömungen wie Symbolismus, Jugendstil, Freilichtmalerei und Heimatkunst in sich einschließt, bildet auch den ersten Hauptkomplex der Kunstsammlung. Mit bedeutsamen Werken ist der in Paris am dortigen Impressionismus geschulte Gotthardt Kuehl ebenso vertreten wie der aus Hessen stammende Carl Bantzer, der zu den ersten Malern gehörte, die das reizvolle Dörfchen Goppeln unweit der Landeshauptstadt für sich und ihre künstlerische Arbeit entdeckten. Mehr einem Symbolismus sächsischer Prägung zugewandt waren die kurz nach 1870 geborenen Sascha Schneider, Hans Unger, Richard Müller und Oskar Zwintscher. Einer der Hauptvertreter des deutschen Jugendstils ist in Ludwig von Hofmann zu finden.

Eines der bedeutsamsten Werke, die unmittelbar aus dem Kriegsgeschehen heraus entstanden, ist in dem futuristisch inspirierten „Selbstbildnis als Mars“ (1915) des jungen Otto Dix zu finden. Von Dix befinden sich noch acht weitere Gemälde aus dem Zeitraum von 1911 bis 1940 in der Sammlung und bilden deren Glanzpunkte.

Die „zweite Expressionistengeneration“, deren Hauptschaffen 1919/20 nachweisbar ist, wird durch zwei bedeutende Werke des Malers Hubert Rüther belegt. Weitere herausragende Beispiele der Kunstentwicklung in der Zeit von 1920 bis zum Anfang der dreißiger Jahre sind unter anderem von Fritz Winkler, Erich Fraaß, Johannes Beutner, Ernst Hassebrauk, Otto Lange, Hans Jüchser sowie von Josef Hegenbarth und Ewald Schönberg. Die Künstler der „Sezessions-Gruppe 1919“ und die ihr nahestehenden Künstler sind somit in großer Vielzahl nachweisbar.

Eine der hochherzigsten Schenkungen ward Freital mit der Übernahme der privaten Sammlung von Hellmuth Heinz zuteil. In ihr verbinden sich Arbeiten der Künstler um Dix mit Werken nachfolgender Künstlergenerationen.

Neben dem kostbaren Gemälde- und Grafikfundus verfügt die Freitaler Sammlung auch über eine kleine, aber beachtenswerte Kollektion an Plastik. Namen wie Georg Kolbe, Ludwig Godenschweg, Karl Lüdecke, Fritz Maskos und Christoph Voll müssen hier genannt werden.

Von der nachfolgenden Künstlergeneration der nach 1900 Geborenen beherbergt die Exposition noch bedeutende Beispiele. An erster Stelle sei hier das überlebensgroße „Porträt des Bauern Rehn“ (1951) von Curt Querner genannt.

Die fünfziger Jahre setzten lange einen Schlusspunkt für die Freitaler Sammlung, ohne dass daran dogmatisch festgehalten wurde.

Eine Erweiterung erfuhr die Sammlung seit 1999 mit der Aufnahme von Künstlern und deren Arbeiten, die konkret auf der klassischen Moderne Dresdner Kunst aufbauen. Namen wie A. R. Penck, Siegfried Klotz und Hubertus Giebe sind hier ebenso zu nennen wie Eberhard von der Erde und Volker Stelzmann.

Die „Städtische Kunstsammlung Freital“ unternimmt den Versuch, den Besucher mit einer Zeitspanne Dresdner Kunstentwicklung vertraut zu machen, die zu den bedeutendsten Epochen der Kunstentwicklung in Dresden und darüber hinaus für die deutsche Kunst im 20. Jahrhundert gehört. Die Sammlung sieht sich als Ergänzung zu den bedeutenden Sammlungen in Dresden, die jedoch, bedingt durch ihr Profil, der Dresdner Kunst des 20. Jahrhunderts nicht dieses uneingeschränkte Vorrecht einräumen können.