Freitals Weg zum Stadtzentrum Teil IX - Entwicklungsflächen am Mühlenpark
Der Standort der Entwicklungsflächen am Mühlenpark dürfte den meisten noch im bebauten Zustand in Erinnerung sein. Auf den Flächen südlich der Poisentalstraße, durchschnitten vom Mühlgraben, befand sich bis zum Rückbau des Hauptgebäudes im Jahr 2019 die Brache der Lederfabrik. Mehrere Nebengebäude waren bereits im Vorfeld abgebrochen worden.
Im damaligen Zustand stellte sich die Lederfabrik, in der die Produktion bereits 1991 eingestellt wurde, nicht nur optisch ruinös dar. Das abgesperrte Grundstück und das Gebäude selbst waren intensiv mit Schadstoffen belastet. Darüber hinaus verhinderte die notwendige Absperrung sinnvolle Wegeführungen im und zum Stadtzentrum, sodass die Brache letztlich als ungenutzter Fremdkörper die Entwicklung des gesamten auch angrenzenden Quartiers hemmte.
Zielstellung der dann angestrebten und zur Förderung aus dem EFRE (EU-Förderung) beantragten Maßnahmen war es, die Brachflächen altlastenspezifisch zu sanieren und einer zukunftsorientierten Nutzung zuzuführen. Die Konzeption sah von an Anfang an vor, Baufelder für eine Großbebauung mit Verwaltungs- oder Gewerbenutzung straßenbegleitend anzulegen und gleichzeitig ein quartiersbelebendes und zugleich verknüpfendes Element – den Mühlenpark – anzulegen.
Kernelement des Mühlenparks bildet der denkmalgeschützte Mühlgraben, der in seiner ursprünglichen Lage und Form erhalten wurde. Als technisches Denkmal ist er zu einer Brunnenanlage umgebaut worden, die verdeutlicht, dass es sich hier nicht um einen natürlichen Wasserlauf, sondern einen baulichen Teil der Freitaler Industriegeschichte handelt. Beidseits des Grabens bilden Platz-, Grün- und Spielflächen einen Park, Baumreihen spenden Schatten.
Die Zugänge von der Körnerstraße, der Hinterstraße, dem Gelände des Discounters sowie von der Poisentalstraße betten die Anlage in das Quartier ein und ermöglichen auch nach der angestrebten Bebauung auf den interimsweise als Blühwiesen angelegten Baufeldern kurze und attraktive Wegeverbindungen. Am Zugang Ecke Hinterstraße, Poisentalstraße sind drei der an verschiedenen Stellen im Stadtgebiet positionierten Tafeln zur Stadt- und Industriegeschichte aufgestellt, die an die Historie des Ortes erinnern.
Für die Baufelder ist aus heutiger Sicht eine Bebauung angestrebt, die eine ähnliche städtebauliche Dominanz haben, wie sie die Lederfabrik hatte. Der gesamte Straßenverlauf, die Perspektiven der gründerzeitlichen Bebauung am Sachsenplatz und auch die Lage im urbanen Stadtzentrum untersetzen dies. Eine konkrete Nutzung ist noch nicht greifbar. Für das Stadtzentrum wünschenswert wäre aber die Entstehung von Arbeitsplätzen, bestenfalls in Kombination mit unterlagerten Geschäften beziehungsweise Dienstleistungsangeboten.
Gern können alle Bürgerinnen und Bürger ihre Gedanken zu den Themen Stadtzentrum und Innenstadt den Stadtplanern mitteilen, sodass diese im Abschlussteil aufgenommen werden können. E-Mail: insek@freital.de