Bergbauliche und geologische Ausstellungen
Auf dem Gelände des ehemaligen Burgker Rittergutes befinden sich umfängliche bergbauhistorische Ausstellungen zum über 500 Jahre währenden Bergbaugeschehen, das in verschiedenen Zeitepochen auf die energetische, chemische und radioaktive Nutzbarkeit der Steinkohlenvorkommen im Döhlener Becken abzielte. Zwei Sagen berichten geheimnisvolle Dinge und ein Steinkohlen-Privileg von 1542 von frühneuzeitlichen Unternehmer-Allianzen. Im Burgker Anwesen, dem einstigen glanzvollen Wohnsitz und administrativen Mittelpunkt der 1819 gegründeten Freiherrlich von Burgker Steinkohlen- und Eisenhüttenwerke widmet sich ein umfänglicher Ausstellungsteil der technischen und hierarchischen Entwicklung dieses seinerzeit hochmodernen Montanunternehmens sowie den zugehörigen Unternehmerpersönlichkeiten. Im authentischen Untertagebereich des zugehörigen Besucherbergwerkes „Tagesstrecke Oberes Revier Burgk“ erfahren Gäste Wissenswertes über den harten Berufsalltag der Bergleute sowie zu Sachsens seinerzeit schwerstem Grubenunglück von 1869.
Mit originalen, während der Verwahrung angefallenen Maschinen, Geräten, Ausrüstungs- und Ausbauelementen gestalteten Bergleute des bis 1989 im Döhlener Becken fördernden Bergbaubetriebes der SDAG WISMUT „Willi Agatz“ im Museumsgelände eine originale Untertage-Situation nach. In dieser Bergbauschauanlage sowie im zugehörigen Technikgarten mit ausgedehntem Freigelände, können technische, technologische und soziale Aspekte der letzten, auf Uranerz für Rüstungszwecke zielenden Bergbauperiode des Reviers entdeckt werden.
Der interessanten Geologie der Steinkohlenlagerstätte unter Freitals Fluren widmet sich der Ausstellungsteil „Faszination Steinkohle“. Als das Freitaler Museum 1924 erstmals seine Pforten öffnete, zeigte es bereits eine Saurierplatte mit dem Abguss mehrerer Reptilien, die nach wechselvoller Geschichte und mehreren Umzügen zusammen mit den Sammlungen des Museums 1946 ihr endgültiges Domizil auf Schloss Burgk fand. Heute in einer separaten Ausstellung präsentiert, begeistern die Wolfsaurier nicht nur als fossile Versteinerung die Besucher. Ein beeindruckendes Panoramabild zeigt die Lebenswelt der Saurier und erklärt damit zugleich anschaulich die in der Ausstellung mit markanten Gesteinsfunden belegten Prozesse, die im Perm zur Bildung der Steinkohlenvorkommen des Döhlener Beckens führten. Besonders jüngere Gäste begeistern die Exponate, die die Verwandlung der Jahrmillionen alten Pflanzenreste über den Torf, die Braunkohle, die Steinkohle bis hin zum Anthrazit belegen können, wobei auch die Geschichten von Willi Wolfsaurier im Rahmen altersgerechter Führungen Inkohlung und Fossilbildung anschaulich vermitteln. Bei anschließender Besichtigung des Besucherbergwerkes kann das erworbene geologische Wissen dort am Flöz-Aufschluss unter Tage verfestigt werden.