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Ausstellungen zur Industrie- und Regionalgeschichte

Im ehemaligen Herrenhaus des Burgker Rittergutes, einem eklektizistischen Bau von 1846, wird die Regionalgeschichte der heutigen Freitaler Region anhand interessanter Exponate und künstlerischer sowie fotografischer Darstellungen vermittelt. Im Museum kann man neben dem über Jahrhunderte bedeutsamen Steinkohlenbergbau dem Werden und Wachsen der Stadt am Fuße des Windberges nachspüren. Die im Oktober 1921 von Sozialdemokraten gegründete Arbeiterstadt hatte ihren Ursprung in verträumten Dörfern entlang der Weißeritz, deren Industrialisierung innerhalb weniger Jahrzehnte, forciert durch den Steinkohlenbergbau, rasch zur Urbanisierung führte.

Tatkräftige Unternehmer kamen vor allem der Steinkohle wegen ins Weißeritztal, doch bald wuchsen neben den Bergwerken erste frühindustrielle Fabriken heran. So errichtete der aus Preußen zugewanderte Reichsgraf von Hagen 1802 die erste deutsche Glasfabrik auf Steinkohlenbrand-Basis im heutigen Freital-Potschappel. Ein anderer war der Chemiker Gottfried Reichardt, der 1822 den Bau seiner Chemiefabrik gemeinsam mit seiner Ehefrau Wilhelmine durch vorangegangene publikumswirksame Ballonfahrten finanziert hatte. Der von den Essener Krupp-Stahlwerken gezielt in die Region eingewanderte Johann Nesselrode gründete gemeinsam mit dem ehemaligen Direktor der von Einsiedelschen Eisenhüttenwerke Lauchhammer Eduard Traudtschold 1855 die Döhlener Gussstahlfabrik, bis heute ein erfolgreicher Stahlstandort der BGH Edelstahl Freital GmbH.

Für Eisenbahnfreunde finden sich in der Ausstellung interessante Details zur Albertsbahn zwischen Dresden und Tharandt sowie zu deren Zweigbahnen auf die links und rechts der Weißeritz gelegenen Höhenzüge hinauf, die ab 1855 hervorragende infrastrukturelle Anbindungen für den aufstrebenden industriellen Ballungsraum schufen. Wie die gemeinsame Nutzung der Wasserkraft der Weißeritz und der Schutz vor deren Hochwässern, die gemeinschaftliche Lösung der Energieproblematik und des Personenverkehrs zu Wegbereitern der Stadt wurden, kann der interessierte Besucher genauso entdecken, wie Einblicke in die dichte und weitgefächerte Industrielandschaft der zu DDR-Zeiten als „Tal der Arbeit“ bezeichneten Stadt Freital.