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Stadtteil Potschappel mit Neucoschütz und Niederpesterwitz

Gründungsgemeinde

Der erste urkundliche Hinweis auf die schon zuvor an einer Weißeritzfurt gelegene Grundherrschaft, zu der Hainsberg, Deuben und Schweinsdorf gehörten, findet sich 1206. Ein Mühle an der Weißeritz sowie der Steinkohlenbergbau ergänzten den landwirtschaftlich genutzten Talort, noch vor 1800 brachten Unternehmer frühindustriellen Fortschritt. Der seit 1784 mit Potschappel belehnte Reichsgraf von Hagen förderte Steinkohle nicht nur zum Selbstzweck, sondern nutzte sie innovativ innerhalb seiner hochmodernen Fabriken zur Produktion von Ziegelsteinen, Schwefelsäure und Hohlglas. Die Steinkohlengruben Hagens übernahm 1836 der Potschappler Aktienverein, der noch für Jahrzehnte erfolgreiche Gewinnung betrieb. In Nachfolge des Hagenschen Glaswerkes entstand ab 1820 die Friedrichshütte, an deren Stelle heute die Glashütte Freital GmbH produziert.

Mit der Industrialisierung entfalteten sich in Potschappel Maschinenbau, Porzellan-Herstellung, chemische, Lebensmittel- und Leder-Industrie. Die ehedem selbstständigen Gemeinden Neucoschütz und Niederpesterwitz, großgeworden mit den sie umgebenden industriellen Unternehmungen, gingen 1896 bzw. 1915 in Potschappels Fluren auf.

Die Bevölkerungszunahme erforderte den Neubau von Schule, Kirche, Postamt und repräsentativem Rathaus. Städtisches Gepräge gab die lückenlose Bebauung der Dresdner Straße mit mehrstöckigen Gebäuden, in deren Erdgeschosszonen durch Händler und Gasthäuser das Leben pulsierte. Nach 1989 führte der wirtschaftliche Strukturwandel zu wesentlichen stadträumlichen Veränderungen. Ab 1995 werteten kommunale Maßnahmen unter erheblichem finanziellen Aufwand ein Sanierungsgebiet, welches insbesondere die Bebauung des historischen Ortkernes umfasste, durch Erhaltung oder Rückbau der Bausubstanz, Erschließung einzelner Weißeritz-Uferbereiche und Offenlegung der Wiederitz-Mündung auf und steigerten die Attraktivität vieler Wohnlagen in Potschappel.