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Deuben mit Schweinsdorf und Niederhäslich

Gründungsgemeinde

Das Breitgassendorf Deuben zählte um 1820 fünf Häuser - um 1910 als zweitgrößte Landgemeinde Sachsens über 11.000 vorrangig in Bergbau und Industrie beschäftigte Einwohner.

Bereits ab Mitte des 19. Jahrhunderts begann die industrielle Überformung des Bauerndorfes, so durch die Fabrik der Gebrüder Berndt ab 1844 mit modernen Webstühlen zur Baumwollsamt-Herstellung, ab 1876 durch die großindustrielle Eger-Mühle oder durch die 1879 gegründete Armaturenfabrik Michalk zur Produktion von Schmierpumpen für Lokomotiven, später der weltweit ersten Schuhklebe-Pressen.

Die expandierende Arbeitergemeinde Deuben, die 1900 das bäuerliche Schweinsdorf und 1915 das ländlich geprägte Niederhäslich aufnahm, wies ein fortschrittliches Bildungswesen auf. Der wachsenden Bevölkerungszahl angepasst und durch charismatische Persönlichkeiten der Gemeinde befördert, existierten nach 1900 neben einfacher und höherer Volkschule, eine Fortbildungsschule sowie eine Koch- und Haushaltungsschule. Ein repräsentatives Rathaus und das größte Kirchengebäude des Weißeritztales vervollständigten das Ortsbild.

Das gesellschaftliche Leben orientierte sich an der proletarischen Bewohnerschaft, so ging das heutige Freibad WINDI als Luftbad aus dem sozialdemokratischen „Verein für Volksgesundheit“ hervor. In der Gegenwart veränderte Deuben, befördert durch die Ausweisung eines kommunalen Sanierungsgebietes, insbesondere um die Egermühle und entlang des zu Naherholungszwecken attraktiv neuerschlossenen Weißeritzbogens sein Aussehen. Die markanten, keiner Nutzung mehr unterliegenden Hallenkomplexe des ehemaligen Elektrizitätswerkes Deuben, einem wichtigen Vorreiter der Stadtgründung Freitals, wurden liquidiert, um Platz für ein innerstädtisches Zentrum zu schaffen. Das sanierte Industriedenkmal der Egermühle dient Wohnzwecken und die kleinteilige Bebauung des von Leerstand gezeichneten Mühlenviertels ersetzte man durch ein modernes Wohn- und Geschäftsquartier.