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2002: Wolfgang Petrovsky

Meister der Collage

Der Maler und Grafiker Wolfgang Petrovsky wurde am 4. Juni 1947 im sächsischen Hainsberg, das heute zu Freital gehört, geboren. Er absolvierte von 1966 bis 1970 ein künstlerisches Studium an der Karl-Marx-Universität Leipzig, das er mit dem Diplom abschloss. Seit 1979 wirkt Petrovsky als freischaffender Künstler in seiner Geburtsstadt. Petrovsky benutzt und vermengt für seine Werke verschiedenste Techniken wie Collagieren, Überlagern, Übermalen. Seine Kunst bewegt sich zwischen Geschichtsraum und Landschaftsbild, zwischen Dokumentarstil und subjektiver Geste und verbindet romantische Perspektive, dadaistischen Materialmix, grafische Nüchternheit und malerische Energie. Seine Collagen decken Parallelen oder Entsprechungen zwischen Historischem und der Gegenwart auf und erscheinen als spielerisches Hindurcharbeiten durch die Schichten im Bild und in der Zeit.

1979 begann er mit seinem Bitterfeldprojekt. Politische Themen setzte er ab 1980 mit einer Postkartenserie „Signale“ gegen Raketenstationierung in Ost und West um. Seit 1982 pflegt er mit dem Maler und Grafiker Frank Voigt freundschaftliche Verbindungen und zeitweilige Zusammenarbeit im Bereich Postkarten, Graphik, Tafelbilder. 1983 begannen die Arbeiten zu Victor Klemperers LTI (Postkarten, Graphik, Collagen). 1986 arbeitete er am Postkartenprojekt „made in germany und anderswo / für Victor Klemperer“. 1987 verarbeitete er die politischen Geschehnisse in der Postkartenserie zur Perestroika „DA“, ab 1988 die „DA“-Folge sowie die „Hommage á Schwitters“ und „Von DADA zu DA“. Kurz vor der Wende entstand 1989 die Mail-Art-Aktion „Erinnerung 1. September 1939“.

1989 war Petrovsky Mitbegründer des Kunstvereins Bitterfeld-Wolfen und Mitinitiator des Aufrufs „Künstler für Bitterfeld“. In den Jahren 1990 bis 1993 erhielt er Lehraufträge an den Hochschulen für Bildende Künste in Dresden und Hamburg sowie an der Fakultät Architektur der Technischen Universität Dresden. 1990/91 war er am Projekt „Fahne“ in der Villa Streccius des Kunstvereins Landau beteiligt, 1994 am Projekt „Flagge zeigen“ der Edition Staeck Heidelberg. 1996 arbeitete er an Collagen zu Kurt Heilbut. Im Jahr 2000 widmete er sich bei einem Studienaufenthalt auf Schloss Wiepersdorf mit dem Komponisten Hartmut Dorschner dem Projekt „BILD-TEXT-KLANG-KOMPOSITIONEN“. Im Jahr 2000 war Wolfgang Petrovsky Artist in Residence der Universität Erfurt.

Ehrungen

  •     1990 El-Lissitzky-Preis, Berlin
  •     1993 Kulturpreis des DGB