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2019: Rolf Günther

Museumsdirektor mit feinem Spürsinn

Mit dem Kultur- und Kunstpreis 2019 würdigt die Stadt Freital Rolf Günther und sein jahrzehntelanges Wirken für Schloss Burgk und die dort beheimateten Städtischen Sammlungen. Rolf Günther ist seit 1987 Direktor der Städtischen Sammlungen Freital. Unter seiner Leitung entwickelten sie sich zu einem der größten nichtstaatlichen Museen des Freistaates Sachsen. Das einstige Rittergut Burgk — seit dem 14. Jahrhundert als Herrensitz bekannt — beherbergt heute einen Museumskomplex mit unterschiedlichen Sammlungsschwerpunkten. Die Entwicklung wurde durch Herrn Günther maßgeblich initiiert, geprägt und mit hohem persönlichem Einsatz umgesetzt.

Die Laudatio hielt der ehemalige Direktor der Gemäldegalerie Alte Meister der Staatlichen Kunstsammlungen Dresden, Prof. Harald Marx — ein langjähriger Weggefährte Günthers. Er hob hervor, dass es in Freital in den vergangenen 30 Jahren zahlreiche Ausstellungen gegeben hat, auf die  Dresden regelrecht neidisch sein könnte. Rolf Günther habe mit feinem Spürsinn Themen, Stilrichtungen und Künstlern oft schon Aufmerksamkeit und Raum gegeben, lange bevor Dresdner Ausstellungen und Galerien diese entdeckten.  Und so kam es nicht von Ungefähr, dass zum Beispiel der Dresdner Kunstsammler Friedrich Pappermann der Stadt rund zweihundertfünfzig Gemälde und mehr als tausend Arbeiten auf Papier im Rahmen einer Stiftung überließ.

Die Sammlung ist seit 1993 in eigens dafür ausgebauten Räumen auf Schloss Burgk zu sehen. Höhepunkte sind Werke von Meistern der ersten und zweiten Romantikergeneration, wie Johan Christian Clausen Dahl, Carl Gustav Carus, Johann Anton Castell, Victor Paul Mohn oder Karl Robert Kummer. Christian Friedrich Gille ist ebenso vertreten wie Ludwig von Hofmann, Hans Unger, Sascha Schneider und  Ludolf Verworner. Die Freilichtmalerei wird durch herausragende Werke von Gotthardt Kuehl, Carl Bantzer, Fritz Beckert, Ferdinand Dorsch, Wilhelm Claudius und Robert Sterl ausgewiesen. Für die nach dem Zweiten Weltkrieg Schaffenden stehen Namen wie Werner Haselhuhn und Jürgen Schieferdecker.

Freital hat mit seinen Städtischen Sammlungen im wunderschönen Schlossensemble etwas ganz Besonderes zu bieten. Kenner wissen, welchen großartigen Fundus sie hier finden. Alle anderen sind oft erstaunt, wenn sie diesen Schatz bei einem Museumsbesuch entdecken. „Zur Bewahrung und klugen wie nachhaltigen Weiterentwicklung dieses kulturellen Kleinods braucht es neben dem Bekenntnis der Stadt auch Menschen wie Rolf Günther, die diese Kulturlandschaft immer wieder aktiv als ihre annehmen“, so Oberbürgermeister Uwe Rumberg bei der Preisverleihung.

Die Städtischen Sammlungen Freital haben ihre Prägung durch das langjährige Wirken ihres Direktors erhalten. Mit einem hohen Maß an persönlichem Einsatz setzte er Visionen um. Aus zum Teil bis in die Wendejahre landwirtschaftlich genutzten Gebäuden entstand ein Aushängeschild für Freital. Neben den ständigen Ausstellungen realisiert das engagierte Team um Rolf Günther jährlich zahlreiche Sonderausstellungen, oft begleitet von Katalogen und Publikationen. Mit der Verantaltungsreihe Musecco wurde zudem in der Kulturlandschaft eine feste Größe geschaffen.