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14.05.2018

Wiedereröffnung »Tagesstrecke Oberes Revier Burgk«

Oberbürgermeister Uwe Rumberg und Museumsdirektor Rolf Günther haben am 14. Mai 2018 die „Tagesstrecke Oberes Revier Burgk“ nach einem Jahr Sanierung feierlich wiedereröffnet. Wie alle Besucherbergwerke unterliegt auch das in Burgk einer alljährlichen Kontrollpflicht. Auf Grund bergamtlich angeordneter Sanierungsmaßnahmen musste es seit 2017 geschlossen bleiben. „Die Tagesstrecke  ist ein wesentlicher Bestandteil unserer Städtischen Sammlungen Freital und deshalb freue ich mich ganz besonders, dass sie den Besuchern wieder zur Verfügung steht und sie etwa 300 Millionen Jahre alte Steinkohle hautnah erleben sowie Wissenswertes rund um das Thema Bergbau oder zum Grubenunglück vom 2. August 1869 erfahren können“, so Oberbürgermeister Uwe Rumberg.

Die Bergsicherung Freital und das Sächsische Oberbergamt Freiberg hatten im Januar 2017 bei ihren Revisionen Empfehlungen und Festlegungen getroffen, die bis zum Wiederaufnahme des Besucherbetriebes fachmännisch abgearbeitet werden mussten. Eisbildungen in den Wintermonaten verzögerten zunächst einen frühzeitigen Baubeginn, dann auch die Arbeiten selbst.

Im Auftrag der Stadt Freital ist der Ausbau der Tagesstrecke nun ertüchtigt worden. Verfaulter Holzausbau wurde durch Stahl ersetzt. In einem Abschnitt kam Spritzbeton zum Einsatz, in einem anderen wurde ein über 150 Jahre altes, nicht mehr tragfähiges Gewölbe abgebrochen und mit Hartbrandziegeln neu aufgemauert. Zu den Maßnahmen gehörte auch die Erneuerung der Elektrik, Telefonanlage und Bewetterung. Die Leistungen führte im Wesentlichen die Bergsicherung Freital aus. Die Abnahmen erfolgten durch Oberbergamt und TÜV. Die Kosten belaufen sich auf rund 80.000 Euro. Der Freistaat Sachsen unterstützt das Vorhaben mit Fördermitteln aus dem Kulturraum.

In die „Tagesstrecke Oberes Revier Burgk“ können interessierte Gäste von April bis Oktober auf etwa 120 Metern Länge einfahren und ein Steinkohlenflöz am Ort seiner Entstehung besichtigen. Das ist so in Sachsen  einmalig. Gleichzeitig ist die Tagesstrecke eng mit dem Grubenunglück vom 2. August 1869 verbunden. Damals kamen 276 Bergleute der Freiherrlich von Burgker Steinkohlenwerke bei einer Methangasexplosion ums Leben.  Drei Bergleute kamen durch die Tagesstrecke unverletzt ins Freie.

Jährlich werden rund 180 Führungen durchgeführt. Im September 2016 konnte der 22.000ste Besucher begrüßt werden, was die Beliebtheit der Anlage eindringlich unterstreicht.  Das Besucherbergwerk wurde 1996 eingerichtet, nachdem Mitarbeiter des Museums und ehemalige Bergbaukumpel  das seit 1971 verschlossene Mundloch samt Stollen mühsam und in Handarbeit freigelegt und für eine museale Nutzung ertüchtigt bzw. ausgerüstet hatten.  

Neben der Tagesstrecke bieten die städtischen Sammlungen weitere sehenswerte Ausstellungen  zu allen Facetten des Bergbaus im „Döhlener Becken“. Dazu gehören die Bergbauschauanlage mit einer authentisch nachgestalteten Untertagesituation und der lagerstättenkundlichen Ausstellung „Faszination Steinkohle“, der Technikgarten und die Schau im Hauptgebäude zur 450-jährigen Geschichte des Steinkohlenbergbaus. Zum Portfolio der Städtischen Sammlungen gehören auch zwei hochkarätige Gemäldesammlungen zur Dresdner Kunst des 19. und 20. Jahrhunderts,  die Ausstellung zur Regionalgeschichte sowie ein schulhistorisches Kabinett. Der romantische Park, das Schlosscafé, die Säle und der Erlebnisspielplatz „Burgkania“ runden das vielfältige Angebot ab.