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08.05.2018

Spendenübergabe für Grabplatten in der Denkmalhalle

Die Grabplatten in der Denkmalhalle Döhlen, die ältesten Denkmäler der Stadt Freital, bedürfen dringend einer Restaurierung. Diese kann nun mit Hilfe von Fördermitteln und Spenden beginnen. Auch die Stadt Freital und die städtischen Gesellschaften TWF - Technische Werke Freital GmbH, Wohnungsgesellschaft Freital mbH (WGF), FREITALER STROM + GAS GMBH (FSG)  und Freitaler Projektentwicklungsgesellschaft mbH (FPE) leisten dazu einen wichtigen Beitrag.

Oberbürgermeister Uwe Rumberg und Geschäftsführer der städtischen Gesellschaften übergaben dazu heute eine Spende in Höhe von insgesamt 1.500 Euro an Pfarrerin Annegret Lattke von der Ev.-Luth. Kirchgemeinde Freital und den ehrenamtlichen Denkmalpfleger Eberhard Kammer aus Pesterwitz. „Wir zeigen als Stadt einmal mehr Verantwortung und unterstützen dieses Vorhaben der Kirchgemeinde als Eigentümerin der Denkmalhalle sehr gern. Es ist uns wichtig, dass dieses alte und zugleich eindrückliche Denkmal in einem würdigen Zustand erhalten  werden kann“, so Oberbürgermeister Uwe Rumberg.

Die Initiative zur fachkundigen Konservierung und Restaurierung der insgesamt 19 - derzeit stark verwitterten - Grabplatten haben die Kirchgemeinde, die Untere Denkmalbehörde sowie Eberhard Kammer  ergriffen, um sie als besonderes Schmuckstück für Einheimische sowie Touristen zu bewahren. 

Die Arbeiten an den Grabmahlen Nummer 4 "Elisabeth von Grensing" und Nummer 8 "Christoph von Zeutsch" wurden heute symbolisch im Beisein von Dipl.-Restaurator Michael Eilenberger aus Holzhau/Erzgeb. und Baupflegerin Sigrun Neidhold vom Regionalkirchenamt Dresden gestartet.

Die Kosten für die ersten Platten belaufen sich auf insgesamt rund 8.700 Euro. Die Förderung beträgt rund 6.950 Euro. „Durch Absprache mit der Unteren Denkmalsbehörde sollen im nächsten Arbeitsschritt dieses Jahr weitere drei Grabplatten konserviert und restauriert werden. Der Gesamtaufwand wird bei rund 12.000 Euro liegen. Etwa 8.000 Euro Fördermittel sind dafür angezeigt. Die restlichen Gelder müssen jeweils als Eigenanteil aufgebracht werden“, erklärt Pfarrerin Annegret Lattke.

Dankenswerterweise gab es in den vergangenen Monaten zahlreiche aktive Spender. Mit der jetzigen Unterstützung von Stadt und städtischen Gesellschaften bleiben für die zwei Projekte noch etwa 3.300 Euro, die als Eigenanteil aufzubringen sind. „Damit die Aktion gelingt, ist die weitere Unterstützung dieses Vorhabens durch Spenden vonnöten. Jeder Beitrag ist wichtig und kann über das Spendenkonto der Kirchgemeinde erfolgen bei der Kassenverwaltung Pirna, IBAN: DE 11 3506 0190 1617 2090 27, BIC: GENODED1DKD bei KD Bank. Verwendungszweck: RT0852 Denkmälerhalle“, so die Pfarrerin.

Bis zur 100-Jahrfeier von Freital 2021 sollen Fördermittel für weitere Grabplatten im Jahr 2019 und 2020 fließen. Auch hier ist eine tatkräftige finanzielle Unterstützung der Freitaler für dieses Denkmal gefragt.

Weitere Informationen
Die Grabplatten in der Denkmalhalle Freital-Döhlen sind die ältesten Denkmäler der Stadt. Beim Abbruch der alten Döhlener Kirche 1880 bis 1882 wurden diese geborgen und zunächst im Freien gelagert - fanden aber schließlich Aufstellung in der 1899 nach Plänen von Cornelius Gurlitt in russischem Holzbaustil errichteten Denkmalhalle. Hier befinden sich zum Beispiel der Grabstein der 1365  verstorbenen Barbara Coquina (= von Küchenmeister), im Mittelteil die Denkmäler für Christoph von Zeutsch auf Burgk und Anna Maria, geb. von Nitschwitz, die um 1600 lebten und Vorfahren jener Anhalt-Zerbster Prinzessin waren, die als Zarin Katharina II. von Russland (1729 - 1796, Regentin seit 1762) bekannt geworden ist. Errichten lassen hatten die Halle Zar Nikolaus II. und Max Freiherr von Burgk. Der Zar kofinanzierte den Bau, da Max von Burgk nachweisen konnte, dass Vorfahren Katharina der Großen in der Gegend gelebt hatten.

Im Zuge der Gestaltung der historischen Ortsmitte Döhlen um die Kirche 2012/13 ist die verfallende Hallenkonstruktion bereits instand gesetzt worden. Die Finanzierung der 105.000 Euro erfolgte aus dem über das Bund-Länder-Programm Stadtumbau Ost und rund 35.000 Euro aus dem Stadthaushalt. Freital hat damit bereits einen wesentlichen Beitrag für die Sicherung dieses Denkmals geleistet, dass sich im Eigentum der Kirchgemeinde befindet.