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03.05.2019

Kultur- und Kunstpreis 2019 an Rolf Günther verliehen

Die Große Kreisstadt Freital hat im Rahmen einer Festveranstaltung am 2. Mai 2019 den Kultur- und Kunstpreis 2019 vergeben. Ausgezeichnet wurde Museumsdirektor Rolf Günther. Damit soll sein jahrzehntelanges Wirken für Schloss Burgk und die dort beheimateten Städtischen Sammlungen Freital gewürdigt werden. Der Preis ist mit einem Betrag von insgesamt 3.000 Euro dotiert.

Freital hat mit seinen Städtischen Sammlungen im wunderschönen Schlossensemble etwas ganz Besonderes zu bieten. Die Kenner wissen, welchen großartigen Fundus sie in Freital finden. Und alle anderen sind oft erstaunt, wenn sie diesen Schatz entdecken und das Museum mit all seinen Facetten besuchen. „Zur Bewahrung und klugen wie nachhaltigen Weiterentwicklung dieses kulturellen Kleinods braucht es neben dem Bekenntnis der Stadt auch Menschen, die diese Kulturlandschaft immer wieder aktiv als die ihre annehmen. Das Engagement von Herrn Günther, eines der größten nichtstaatlichen Museen im Freistaat Sachsen zu diesem attraktiven Museumskomplex mit unterschiedlichen Sammlungsschwerpunkten, zu einem Highlight ausgesuchter sächsischer Kunst zu entwickeln und zu gestalten, soll mit dieser Ehrung gewürdigt werden“, so Oberbürgermeister Uwe Rumberg.

Umrahmt wurde die Preisverleihung auf Schloss Burgk von Jan Heinke auf der Stahlharfe. Die Laudatio hielt der ehemalige Direktor der Gemäldegalerie Alte Meister der Staatlichen Kunstsammlungen Dresden, Prof. Harald Marx – ein langjähriger Weggefährte Rolf Günthers.

Weitere Informationen

Rolf Günther ist seit 1987 Direktor der Städtischen Sammlungen Freital. Unter seiner Leitung entwickelten sie sich zu einem der größten nichtstaatlichen Museen des Freistaates Sachsen. Das einstige Rittergut Burgk - seit dem 14. Jahrhundert als Herrensitz bekannt - beherbergt heute einen Museumskomplex mit unterschiedlichen Sammlungsschwerpunkten. Die Entwicklung wurde durch Herrn Günther maßgeblich initiiert, geprägt und mit hohem persönlichem Einsatz umgesetzt.

Heute umfasst die Ausstellungsfläche fast 4.000 Quadratmeter in den in mehreren Etappen sanierten Rittergutsgebäuden sowie den dazugehörigen Freiflächen. Außer den Themenkomplexen Steinkohlen-Altbergbau, Stadt- und Industriegeschichte in der regionalgeschichtlichen Ausstellung im Schloss zählen heute zwei bedeutsame Kunstsammlungen – die Städtische Kunstsammlung Freital und die Stiftung Pappermann –, eine Schauanlage zum modernen Steinkohlenbergbau, ein Besucherbergwerk, ein bergbaulich geprägter Technikgarten, das schulhistorische Kabinett sowie Sonderausstellungsräume zu den Städtischen Sammlungen. Einen besonderen Platz als Leihgabe des Siemens-Forum München nimmt „Dorothea“ ein, die erste elektrische Grubenlok der Welt, gebaut 1882 von "Siemens & Halske/Berlin".

Glanzpunkte der Kunstsammlung zur Dresdner Kunstszene von 1764 bis zur Mitte des 20. Jahrhunderts sind neun klassische Gemälde von Otto Dix. Aber auch der Umkreis dieses für die Kunstentwicklung so wichtigen Malers ist zum Teil in bester Qualität vertreten. So finden sich Hauptwerke von Willy Kriegel, Wilhelm Lachnit, Wilhelm Rudolph, Pol Cassel, Otto Lange, Curt Querner, Christoph Voll, Ewald Schönberg u.v.a.. Auch die Lehrergeneration der Dresdner Akademie, welche für Dix und dessen Kollegen so prägend war, ist mit Werken von Carl Bantzer, Otto Gussmann, Georg Lührig, Max Feldbauer, Ludwig von Hofmann und Richard Müller hier vorzüglich dokumentiert. Ergänzung und somit eine Hinführung ins 21. Jahrhundert erfährt die Kunstsammlung über den Neuerwerb zeitgenössischer sächsischer Künstler, deren Schaffensweise den Künstlern der klassischen Moderne verbunden sind.

Besondere Höhepunkte der Stiftung Pappermann sind Werke von Meistern der ersten und zweiten Romantikergeneration, wie Johan Christian Clausen Dahl, Carl Gustav Carus, Johann Anton Castell, Victor Paul Mohn oder Karl Robert Kummer. Der in ständiger Aufwertung begriffene Christian Friedrich Gille ist ebenso vertreten wie Ludwig von Hofmann, Hans Unger, Sascha Schneider und der leider fast vergessene Ludolf Verworner. Die Freilichtmalerei wird durch herausragende Werke von Gotthardt Kuehl, Carl Bantzer, Fritz Beckert, Ferdinand Dorsch, Wilhelm Claudius und Robert Sterl ausgewiesen. Arbeiten von Hans Jüchser, Erich Fraaß oder Paul Wilhelm sind ebenso vertreten wie von Albert Wigand oder Joachim Heuer. Für die nach dem Zweiten Weltkrieg Schaffenden sollen hier die Namen von Werner Haselhuhn und Jürgen Schieferdecker stehen.

Neben den ständigen Ausstellungen des Hauses werden jedes Jahr zahlreiche Sonderausstellungen realisiert. Zu den Ausstellungen entstanden eine Reihe von Katalogen und anderen Publikationen. Mit der Veranstaltungsreihe Musecco wurde in der Kulturlandschaft eine feste Größe geschaffen.

Die Städtischen Sammlungen Freital auf Schloss Burgk haben diese Prägung durch das Wirken Ihres langjährigen Leiters Rolf Günther erhalten. Mit einem hohen Maß an persönlichem Einsatz setzte er Visionen um. So entstand aus zum Teil bis in die Wendejahre landwirtschaftlich genutzten Gebäuden ein Aushängeschild für Freital.

Ein Schulhistorisches Kabinett, der romantische Park, das Schlosscafé, zwei Veranstaltungssäle und der Erlebnisspielplatz „Burgkania“ runden das vielfältige Angebot ab.