Weniger ist mehr: Spielzeugfreie Zeit in der Kindertagesstätte Regenbogen
Im April 2026 wurde es in der Kita Regenbogen auf den ersten Blick ungewöhnlich ruhig, zumindest was das gewohnte Spielzeug anging. Autos, Puppen und Bausteine verschwanden für einige Wochen aus den Gruppenräumen. Stattdessen hielt etwas anderes Einzug: Fantasie, Kreativität und ganz neue Spielideen. Die sogenannte spielzeugfreie Zeit ist ein bewusst gestaltetes pädagogisches Angebot, bei dem Kinder auf vorgefertigtes Spielzeug verzichten.
Was zunächst schlicht klingt, entwickelte sich schnell zu einer Endeckungsreise. Aus Kartons wurden Höhlen, aus Decken Umhänge, Becher wurden gestapelt und sortiert. Auch Naturmaterlialien wie Zapfen und Kastanien fanden ihren festen Platz im Spiel. Die Kinder entschieden selbst, womit und wie sie spielen wollten. Dabei entstanden oft ganz eigene Spielideen ganz ohne „vorgegebene Funktion“, dafür mit umso mehr Fantasie.
Besonders auffällig war, wie sehr sich das Miteinander der Kinder veränderte. Sie beobachteten sich gegenseitig, entwickelten gemeinsame kleine Spielewelten. Sprache wurde aktiver genutzt, denn Dinge mussten benannt, Ideen geteilt und Absprachen getroffen werden. Dies ist ein wichtiger Entwicklungsschritt, gerade im Kleinkindalter. Durch Ausprobieren, Wiederholen und eigenes Tun sammelten die Kinder wertvolle Erfahrungen. Sie wurden mutiger, ausdauernder und oft auch ein Stück selbstständiger.
Während dieser Zeit standen die pädagogischen Fachkräfte der Kita Regenbogen den Kindern jederzeit unterstützend zur Seite. Sie beobachteten, gaben Impulse und sorgten dafür, dass sich alle Kinder sicher und geborgen fühlen konnten. Nach einigen Wochen kehrte das gewohnte Spielzeug langsam zurück- doch etwas hatte sich verändert: Viele Kinder gingen bewusster mit den Materialien um und entwickelten weiterhin eigene Spielideen.
Die Spielzeugfreie Zeit in der Kita Regenbogen hat einmal mehr gezeigt: Kinder brauchen oft weniger als wir denken, aber genau das Richtige, um sich frei entfalten zu können.