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04.05.2018

Neue Sonderausstellung auf Schloss Burgk: Georg Lührig (1868-1957)

Mit der Ausstellung über Leben und Werk des 1868 in Göttingen geborenen Georg Lührig setzen die Städtischen Sammlungen Freital ihre langjährigen erfolgreichen Bemühungen um die Aufarbeitung der Dresdner Kunst um 1900 fort.

Lührig studierte 1885 bis 1887 an der Münchner Akademie u.a. bei Karl Raupp und Ludwig von Löfftz. Einen ersten Achtungserfolg erzielte der Künstler 1891 mit dem großformatigen symbolistischen Zyklus „Totentanz“. 1894 erfolgte die Übersiedlung nach Dresden. In dem sich rasant entwickelten Kunstleben der Elbmetropole nahm Lührig eine herausragende Stellung ein. Er war Mitglied des Vereins Bildender Künstler, der ersten Sezession in Dresden und fand auch frühen Anschluss an die Goppelner Malerschule. Maßgebliches leistete Lührig für die Entwicklung der graphischen Künste, besonders die Lithographie, wofür der große Zyklus „Der Arme Lazarus“ (1896/97), der auch in der Ausstellung zu sehen ist, steht.

Während viele der Künstler Italien als ihr Sehnsuchtsland entdeckten, favorisierte Lührig die noch urwüchsige Region Westmoldawiens in Rumänien. In den nächsten drei Jahrzehnten entstehen dort zahlreiche Meisterwerke, so „Alter und Jugend“, „Pelikan“ oder der „Archimandrit Nifon von Sinaia“. Eines der spannendsten Unternehmen beginnt 1904 mit dem Gewinn des Wettbewerbs für die Ausgestaltung des Königlichen Kultusministeriums mit Fresken. Dieses Vorhaben sollte sich bis 1912 hinziehen.

Leider wurden die beiden Monumentalwerke 1945 ein Raub der Flammen ohne dass auch nur eine Fotografie der Fresken überliefert wurde. Somit dürfte es eine kleine Sensation darstellen, dass die Ausstellung einen 1:5 Entwurf des Freskos „Der Tag – Sieg des Lichts“ präsentieren kann.

In den Jahren 1915-1917 arbeitete Lührig als Kriegsmaler in der Champagne und in Aleppo. Bereits seit 1910 war der Künstler als Lehrer an der Königlichen Kunstgewerbeschule tätig. Nun erreichte ihn 1916 der Ruf als Professor an die Dresdner Kunstakademie, wo er bis 1934 lehrte. Nach der Entfernung von Otto Dix aus dem Akademiedienst im Jahr 1933 wechselten viele Schüler der Dix-Klasse zu Georg Lührig.

1940 erfolgte die Übersiedlung nach Lichtenstein im Erzgebirge. Die Situation nach 1945 wurde zum künstlerischen und menschlichen Desaster. Am 21. März 1957 verstarb der Künstler nahezu vergessen in Lichtenstein.

Die Exposition vereint über achtzig Werke des Künstlers aus allen Schaffensperioden, die sowohl aus sächsischem Museumsbesitz aber auch von privaten Leihgebern stammen.

Zur Ausstellung erscheint ein Katalog.