Nach Petition: Hoffnung auf Wiederaufbau der Arthur-Lohse-Brücke
In den möglichen Wiederaufbau der Arthur-Lohse-Brücke im Rabenauer Grund kommt Bewegung: Wie das Sächsische Staatsministerium für Umwelt und Landwirtschaft mitteilte, hat der zuständige Minister Georg-Ludwig von Breitenbuch den Staatsbetrieb Sachsenforst beauftragt, „einen einfachen Ersatzneubau aus Holz zu planen“. Dafür sei vom Sachsenforst bereits ein Ingenieurbüro gebunden worden, welches „die notwendigen Schritte vorbereiten und begleiten soll.“
Bekannt wurde die Entwicklung im Rahmen eines Anhörungstermins unter Leitung des Abgeordneten Norbert Mayer im Sächsischen Landtag, bei der auch Oberbürgermeister Uwe Rumberg und Rabenaus Bürgermeister Thomas Paul sowie Petenten zugegen waren. Hintergrund ist eine Petition mit rund 4.000 Unterschriften. Diese war 2024 von dem Freitaler Tilo Harder initiiert und beim Freistaat eingereicht worden, nachdem der Sachsenforst die Brücke 2023 überraschend abreißen ließ. Die Flussquerung war bereits seit 2021 gesperrt, da sie keine ausreichende Verkehrssicherheit mehr biete, hieß es damals. Der Abriss löste einen Sturm der Entrüstung aus und führte schließlich zu der Unterschriftensammlung in der Region für einen Wiederaufbau.
Die Brücke hat einen hohen Stellenwert für die Naherholung und den Tourismus in der Region. Sie bietet vor allem eine Anbindung an den Rabenauer Sagenweg, der ohne die Brücke nicht mehr als Rundweg zu begehen ist. Dies wurde bei dem Termin im Landtag nochmals allseits betont. Auch wurde darauf verwiesen, dass ohne die fußläufige Verbindung eine benachbarte Brücke der Weißeritztalbahn von Ausflüglern illegal als Querung genutzt werde, was ein hohes Gefährdungspotenzial darstelle.
Seitens der Behörden wie Landestalsperrenverwaltung und insbesondere Sachsenforst wurden die Erwartungen jedoch gedämpft. Denn es gelte Belange wie Hochwasserschutz, Naturschutz, Haltbarkeit und Pflegeaufwand zu berücksichtigen – was hohe Anforderungen an einen Wiederaufbau stelle. Zudem seien die Mittel knapp und eigentlich für andere Aufgaben notwendig. Entsprechend sei jetzt erst einmal die Machbarkeitsstudie abzuwarten. Die Ergebnisse werden voraussichtlich noch im ersten Quartal 2026 vorliegen. Dann sollen weitere Entscheidungen und Maßnahmen getroffen werden.
Oberbürgermeister Uwe Rumberg begrüßte die Aktivitäten in Richtung Wiederaufbau, äußerte jedoch auch Unverständnis für bürokratischen Hürden. „Ich denke, wir sollten das Ziel nicht aus den Augen verlieren, dass hier wieder eine Brücke in angemessenen Dimensionen entsteht, wo es seit 1939 schon immer eine Brücke gegeben hat. Man sollte das Rad nicht immer wieder neu erfinden, schließlich stehen ja auch andere Brücken im Rabenauer Grund. Bei aller notwendigen Planung und Prüfung erwarten die Bürger, dass hier – mit Augenmaß – etwas passiert. Am Ende werden wir schließlich an unseren Taten und nicht an unseren Bedenken gemessen.“