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07.12.2017

Freital als Preisträger bei Klimainitiative ausgewählt

Der Klimawandel macht sich in der Großen Kreisstadt Freital durch das vermehrte Auftreten von extremen Wetterereignissen bemerkbar. Während es früher in der Regel Landregen im gesamten Stadtgebiet gab, häufen sich jetzt Trockenperioden im Wechsel mit lokal auftretenden Starkniederschlägen. Durch diese kommt es zu wild abfließendem Oberflächenwasser in Hanglagen in Verbindung mit einer starken Bodenerosion.

Aufgrund dieser Problematik hat sich die Stadt Freital im Wettbewerb 2017 „Klimaanpassung in sächsischen Kommunen“ des Landesamtes für Umwelt, Landwirtschaft und Geologie (LfULG) im Rahmen des EU-Projektes Life Local Adapt beworben und wurde mit der Projektidee zur Klimaanpassung im Poisental als Preisträger ausgewählt. Die Prämierung fand heute im Rahmen des „Statuskolloquiums Klima“ in Dresden statt. Der Zweite Bürgermeister Jörg-Peter Schautz nahm die Urkunde aus den Händen des Sächsischen Staatsministers für Umwelt und Landwirtschaft, Thomas Schmidt, und des Präsidenten des LfULG, Norbert Eichkorn, entgegen.

Im konkreten Projekt der Großen Kreisstadt Freital geht es um eine Ackerfläche südlich des Poisenbachs. Nach Starkniederschlägen fließt das Niederschlagswasser als wild abfließendes Oberflächenwasser die Ackerfläche hinab in den Poisenbach. Dabei kommt es zu erheblichen Bodenerosionen, sodass im Bereich der Privatgrundstücke am Poisenbach große Mengen von Sedimenten in den Poisenbach eingespült werden. Dabei werden ein Teil der Privatgrundstücke überspült und durch den erodierten Boden verunreinigt und die Böschungen des Poisenbachs durch das wild abfließende Oberflächenwasser beschädigt. Unterhaltungslastträger für den Poisenbach (Gewässer 2. Ordnung) ist die Stadt Freital.

Im Rahmen des Projektes wird eine Handlungsempfehlung für den Umgang mit Starkregen in Verbindung mit Bodenerosion erarbeitet. Dazu ist es notwendig, die bisherigen Starkregen- und Erosionsereignisse auszuwerten um die Ursache der Erosion festzustellen. Im Anschluss werden Sofortmaßnahmen für die Privatgrundstücke unterhalb der Ackerfläche abgeleitet. Im zweiten Schritt ist geplant, ein langfristiges Konzept zu erarbeiten, wie die Bodenerosion in dem betroffenen Gebiet verhindert bzw. vermindert werden kann. Hierzu ist eine umfassende Betrachtung unter Einbeziehung aller Akteure und Randbedingungen notwendig.

Die Ergebnisse des Projektes liegen voraussichtlich 2019 vor. Diese sollen als gute Beispiele für andere Kommunen mit ähnlichen Problemstellungen dienen. Zudem soll das gewonnen Wissen aus der lokalen Ebene in das Leitprojekt „Chancen und Risiken des Klimawandels“ des LfULG einfließen und bei zukünftigen politischen Entscheidungen helfen. Weiterhin können während der Projektlaufzeit Netzwerke aufgebaut werden, die den Austausch zwischen Wissenschaft, Kommunen und Experten weiter voran bringen.

Pressemitteilung SMUL Klimawetbewerb (PDF, 131 kB)