Sprungziele
Grafik f taube
Inhalt
Datum: 12.05.2020

Was trotz Corona-Pandemie in den Kindertageseinrichtungen passiert

Die Corona-Pandemie und deren Folgen hat auch bei der Kinderbetreuung einiges durcheinandergewirbelt. Die Einrichtungen sind auf behördliche Anordnung in ganz Sachsen seit Wochen geschlossen und nur für Kinder in der Notbetreuung zugänglich. Der Anspruch gilt, wenn zwei Elternteile, in Ausnahmen auch ein Elternteil in einem der systemrelevanten Berufe tätig ist. Eine Liste ist dazu unter www.freital.de/coronavirus zu finden. Die Tätigkeit ist nach wie vor mit einem vom Arbeitgeber unterschriebenen Formular nachzuweisen.

Statt normalerweise fast 3.000 Kindern in den städtischen Kitas und Horten war damit in den vergangenen Wochen nur ein Bruchteil anwesend. Am 6. Mai 2020 wurden zum Beispiel 129 Krippenkinder, 339 Kindergartenkinder und 133 Hortkinder betreut. Das sind 30 Prozent beziehungsweise fünfzehn Prozent (Hort) gegenüber der regulären Kinderzahl. Dabei stiegen mit der schrittweisen Ausweitung der Anspruchsberechtigten die Zahlen auch erst nach und nach auf diese Höhe wieder an.

Die Notbetreuung verlangt von den Kommunen und Kita-Trägern einen hohen organisatorischen, personellen und räumlichen Aufwand. In allen 13 Kindereinrichtungen der Stadt und in den sieben Einrichtungen der freien Träger werden Erzieher benötigt, um die Kinder zu betreuen. Trotz der neuen Situation und den einzuhaltenden Regelungen stehen Spielen und spielerisches Lernen auf der Tagesordnung. Es soll möglichst viel Alltag in ihrem gewohnten Umfeld für die Kleinen herrschen. Die 25 Tagesmütter und -väter standen ebenfalls für die Betreuung zur Verfügung und arbeiten wieder regulär. Hinzu können noch Kinder kommen, für die eine Betreuung aus Sicht des Sozialdienstes des Jugendamtes zur Sicherung des Kindeswohles erforderlich ist.

Die pädagogischen Fachkräfte, welche in den letzten Wochen und aktuell für die Betreuung nicht benötigt werden, kümmern sich derzeit um andere Aufgaben: beispielsweise um die Bildungs- und Entwicklungsdokumentationen, um das Überarbeiten der Einrichtungskonzeption, um Weiterbildung in Eigenregie oder um das Planen von Angeboten und Projekten für die pädagogische Arbeit nach dem Ende der Schließungszeit. Die Horterzieher unterstützen daneben die Lehrkräfte an den Grundschulen bei der Ganztagsbetreuung oder helfen in anderen Kindereinrichtungen aus. Auch laufen Planungen und Absprachen, wie der Betrieb mit der Wiederinbetriebnahme von Schulen und Kindereinrichtungen hochgefahren werden kann.

In den Kindereinrichtungen wurden durch das pädagogische Personal zudem alte Unterlagen gesichtet und sortiert, überall eine Grundreinigung durchgeführt sowie Handwerkerleistungen wo möglich vorgezogen und erledigt. Einige Mitarbeiterinnen unterstützten in den letzten Wochen die Stadtverwaltung, andere waren beispielsweise beim Maskennähen im „Nähstübchen“ des Biotec e. V. aktiv.

Für Eltern, die wegen der Schließung die Betreuungsangebote in den Kitas nicht wie üblich nutzen konnten oder können, fallen im Übrigen bis einschließlich 24. Mai 2020 auch keine Beiträge an. Mit der Anmeldung einer Notbetreuung sind die Beiträge durch die Eltern seit 18. April 2020 jedoch zu zahlen. Auf diese Regelung haben sich die kommunalen Spitzenverbände mit dem sächsischen Finanzminister verständigt. Die Ausfallkosten will der Freistaat den Kommunen erstatten. Die Beitragsregelung gilt sowohl für Kinder in kommunalen Kindertageseinrichtungen wie auch Einrichtungen in freier Trägerschaft. Bereits gezahlte Beiträge werden anteilig zurückerstattet. Die regulär im April und Mai fälligen Elternbeiträge wurden daher zunächst nicht abgebucht.

Um trotz der fehlenden Einnahmen die Kinderbetreuung in Freital - auch zukünftig - abzusichern, hat der Stadtrat beschlossen, den freien Trägern bis zunächst Ende Mai die entgangenen Elternbeiträge und Personalkosten zu erstatten sowie den Tagespflegepersonen die normale Förderleistung sowie tatsächlich angefallene Sachkosten auszuzahlen. Dazu wurden außerplanmäßige Mittel in Höhe von 350.000 Euro aus dem Stadthaushalt gebilligt.

Für Fragen zur Kinderbetreuung steht in Freital weiterhin ein Info Telefon unter 0351 6476-524 von Montag bis Feitag 8.00 bis 16.00 Uhr zur Verfügung.