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Datum: 11.01.2022

Oberbürgermeister warnt vor Versorgungsengpass in Pflege, Betreuung und Medizin

In einem Brief an Sachsens Ministerpräsidenten Michael Kretschmer hat Freitals Oberbürgermeister Uwe Rumberg seine Besorgnis zur derzeitigen Entwicklung hinsichtlich der ärztlichen Versorgung beziehungsweise zur Deckung der Pflegebedarfe mitgeteilt. Auslöser waren einerseits öffentliche Aufrufe für Hilfskräfte, wonach es derzeit in Pflege- und Seniorenheimen zu „akuten Notlagen“ aufgrund teils massiver Personalausfälle kommt und die Versorgung der Bewohnerinnen und Bewohner nicht sichergestellt sei. Andererseits werfen Menschen derzeit immer wieder Kopien von Berufungsurkunden für medizinische Berufe anonymisiert in die städtischen Briefkästen – offensichtlich eine Botschaft, dass, wenn ab März 2022 die geplante Corona-Impfpflicht für bestimmte Berufsgruppen kommen sollte, diese Arbeitskräfte im medizinischen und Pflegebereich nicht mehr zur Verfügung stehen.

„In der derzeitigen Situation ist es bereits zunehmend schwierig, dass öffentliche Zusammenleben zu organisieren, Personalausfälle zu kompensieren. Was wird mit unserer medizinischen Versorgung, mit unseren Pflegeeinrichtungen, mit unserer ,kritischen Infrastruktur‘, mit unserer Kinderbetreuung, wenn es dann wie geplant im März zu ,Arbeitsverboten‘ für Menschen kommen sollte, die sich nicht impfen lassen?“, lautet die zentrale Frage von Oberbürgermeister Uwe Rumberg an die Landesregierung. Diese Frage treibt zunehmend auch Mitglieder im Stadtrat und der Stadtgesellschaft um. „Ich hoffe, unsere Landes- und Bundesregierung hat darauf jetzt schon Antworten und Pläne, um die zu erahnende Unterversorgung in allen Bereichen des täglichen Lebens zu kompensieren“, so Uwe Rumberg weiter.

In einem Katalog von Fragen, mit denen sich der Oberbürgermeister zunehmend konfrontiert sieht, bittet er kurzfristig um Antworten der Politik. „Es muss alles getan werden, um den Bedarf an ärztlicher Versorgung beziehungsweise die Pflegebedarfe in einer ausreichendenden Quantität und Qualität abzusichern, was leider zuweilen ja jetzt schon nicht in ausreichendem Maße gegeben ist. Zudem sehe ich die Gefahr, dass diese Impfpflicht weiter massiv zur Spaltung unserer Gesellschaft beitragen wird – von den (Folge-)Schäden für unsere Wirtschaft noch gar nicht zu reden“, erklärt Uwe Rumberg.